Dachbeschichtung,
oder
Neueindeckung.
Beides hat Vorteile, aber auch Nachteile.
Eine Neueindeckung des Daches bringt den konstruktiven Dachbau auf
einen modernen Stand (Dampfsperre bzw. Dampfbremse, Unterspannung
etc.). Nicht zu vergessen ist natürlich die
Wärmedämmung des Daches, die Dachisolierung. Das
schafft
technische Sicherheit und spart Energiekosten.
Vorteil einer
Neueindeckung:
- Alles neu und auf einen modernen Stand.
- Energieersparnis
Nachteile:
Hohe Kosten. Sie betragen je nach Dachkonstruktion und den verwendeten
Materialien zwischen ca. € 100,--/qm, bis ca.
150,--/qm.
Hier wird Sie Ihr Dachdecker aber besser beraten können, als
ich
als Maler.
Hoher Zeitaufwand
Hohe Belastung der Bewohner
Dahingegen ist eine Dachbeschichtung natürlich viel
günstigerzu bekommen. Im Grunde genommen ist die Beschichtung
eines Daches eine optische Verbesserung der vorhandenen Dacheindeckung
und keine wirklich funktionelle Massnahme. Insofern haben Beschichtung
und Neueindeckung, bis auf das jeweils verbesserte Aussehen, nicht viel
miteinander zu tun. Eine Dachbeschichtung verbessert nicht die
Wärmedämming
des
Daches, sie verlängert auch nicht die Lebensdauer
der Ziegel oder Dachsteine. Neben einem schönen Aussehen, kann
sie
aber die Neubildung von Grünbelag nachhaltig behindern
beziehungsweise verzögern und so auch für eine
Verbesserung
des Regenwasserablaufes sorgen. Nach einem Regen trocknet die
Dachfläche schneller, was natürlich zur Folge hat,
dass Moos
und Algen zusätzlich behindert werden.
Nachteil einer
Dachbeschichtung:
- Keine Verbesserung der Dachkonstruktion,
- Keine Verbesserung der
Wärmedämmung,
- keine neuen Materialien
Vorteil:
- die Zeitersparnis,
- hohe Lebensdauer,
- große Farbauswahl,
- die extrem hohe Kostenersparnis,
Fazit:
- Wenn Ihr Dach Mängel aufweist wie z.
B. schiefe
Sparren oder durchhängende Lattung,
- wenn Sie ihr Dach neu isolieren wollen oder
müssen oder
- wenn Ihre Ziegel bzw. Dachsteine gravierende
Mängel (dazu später mehr) aufweisen oder
- wenn Ihr Dach noch mit asbesthaltigen Dach-
(Well-)
platten gedeckt ist,
sollten Sie sich ernsthaft mit einer
Neueindeckung beschäftigen.
- Wenn Sie mit Ihrer Dachisolierung zufrieden
sind,
- wenn Sparren und Tragelattung keine besonderen
Mängel aufweisen,
- wenn Ziegel bzw. Dachsteine in einem
altersgemäß guten Zustand sind,
- wenn Sie der Grünbelag stört
und Sie auch
bei Ihrem Dach Wert auf ein gutes Aussehen legen,
- wenn Sie den Ablauf von Regenwasser verbessern
wollen
kann eine
Dachbeschichtung die richtige Alternative
sein.
Tipp
2: Welcher
Untergrund kann beschichtet
werden?
Wenn Sie die Hinweise unter Tipp 1 beachtet haben, geht es weiter mit
dem Werkstoff der Eindeckung.
Schiefer geht nicht, weil Öle enthalten sind. Schon nach
wenigen
Wochen beginnt eine Beschichtung abzufallen.
Faserzementplatten, Wellplatten
können nur
beschichtet werden, wenn sie asbestfrei sind. Der Untergrund ist in
jedem Fall sorgfältig zu prüfen. Schon die
Dachreinigung
scheitert.
Für asbesthaltige
Faserzementplatten besteht ein Reinigungsverbot, von einer Beschichtung
ist dringend abzuraten. Mehr dazu in unseren
häufig
gestellten Fragen.
Ziegel
können beschichtet
werden, allerdings nicht,

wenn sie auch nur annähernd so aussehen wie auf dem
nebenstehenden
Foto. Wenn Abplatzungen auf der Oberfläche sichtbar werden
oder
diese mehlt, kann dies ein deutliches Zeichen dafür sein, dass
der
Materialabbau weit fortgeschritten ist. Eine Beschichtung solcher
Ziegel löst sich meist nach kurzer Zeit in Wohlgefallen auf.
Der
Ziegel oft gleich mit. Vorsicht auch, wenn die Ziegel zu jung sind
funktioniert eine Dachbeschichtung oft nicht. Je nach verwendetem
Rohstoff kann mehr oder weniger Schwefel enthalten sein, der sich mit
einer Beschichtung meist nicht verträgt. 12 Jahre sollte ein
Ziegeldach also schon mindestens alt sein.
Dachsteine aus Beton (umgangssprachlich:
Betonziegel) hingegen sind eignen sich prima. Auf Grund der
kalkulierbaren Lebensdauer von bis zu 80 Jahren und mehr besteht kaum
ein Risoko.
Vorsicht:
Wenn Sie Ihren
Dachstuhl schon nachträglich mit Mineralwolle isoliert haben,
muss eine ausreichende, ca. 4 – 5 cm starke,
Hinterlüftung gewährleistet sein. Oft werden dabei
technische
Fehler gemacht und des fehlen Unterspannung, Dampfbremse und/oder
Hinterlüftung. Abgesehen davon dass solch ein mangelhafter
Aufbau
ohnehin grenzwertig ist, bei Ziegeln führt das dazu, dass
Ihnen
nicht nur die Dachbeschichtung kaputt geht, oft genug können
Sie
auch die Ziegeln gleich mit wegwerfen. Dachsteine sind da lange nicht
so empfindlich. Grundsätzlich ist aus meiner Sicht aber die
Frage
zu stellen warum man ein Dach mit einer defekten
Dachisolierung
überhaupt
beschichten sollte.
Tipp
4: Lassen Sie
Ihr Dach nicht zu früh beschichten!
Was Ihnen kaum ein Dachbeschichter sagen wird: Sie verlieren schon
durch eine Dachreinigung mit Hochdruck die Garantie des
Materialherstellers. Je nach Typ und Hersteller beträgt diese
meist zwischen 20 und 30 Jahren. Manch ein Dachbeschichter ist im
Ernstfall finanziell nicht in der Lage dann auftretende teure
Reklamationen finanziell abzufedern.
Tipp
5: Vorsicht
bei Haustürgeschäften.
Achtung, kaufen Sie niemals, aber auch niemals eine Dachbeschichtung
gleich an der Haustür.
Vorab sei hier einmal grundsätzlich gesagt, wenn ein Vertreter
klingelt muss das nicht gleich unseriös sein. Tausende
Menschen
verdienen so ihr Geld und das meist sehr seriös, zum Teil
für
große Konzerne. Wenn Sie aber Sprüche hören
wie:
„Sonderpreis“, „Sammelmontage“,
„wir sind
gerade in der Nachbarschaft“, „Rabatt nur
Heute“,
„Musterhausnachlass“ und dergleichen, sollten Sie
hellhörig werden. Neugier und Interesse sind schnell geweckt
aber
allzu oft soll mit diesen Methoden Ihre Aufmerksamkeit
eingeschläfert und Ihnen ein überteuerter oder
vollkommen
nutzloser Vertrag untergejubelt werden.
Ein guter und seriöser Vertreter nimmt sich Zeit für
Sie und
Ihr Dach und berät Sie auch gut. Aber er arbeitet auch nicht
für die „Wohlfahrt“, er ist auch kein
Samariter; er
muss Geld verdienen. Warum also sollte er Ihnen etwas schenken?
Wenn das Angebot seriös ist und Sie gut verhandeln, erreichen
Sie
einen Preisnachlass von 5, bestenfalls 10%. Und da
müssen
Sie sich schon auf bestimmte Vorstellungen Ihres Gegenübers
einlassen.
Tipp
6: Lassen
Sie sich nie zu einer Unterschrift drängen.
Wer Ihnen für ihre Dachbeschichtung ein gutes Angebot macht
(nicht
zu verwechseln mit einem billigen), weiß das auch. Er hat es
nicht nötig Sie unter Druck zu setzen. Er lässt Ihnen
die
nötige Zeit um zu überlegen. Wenn Sie sich
bedrängt
fühlen ist oft was faul.
Tipp
7: Vertrauen
Sie keinen Versprechungen.
Glauben Sie einfach nichts was Sie nicht auch persönlich
überprüfen können.
„Bei uns erhalten Sie 10 Jahre Garantie", "20 Jahre", "alle
Kunden sind immer mit uns zufrieden", "wir hatten noch nie eine
Reklamation", "wir nehmen nur die modernsten
Farben,…“
Alles Quatsch!
Kaum ein
Dachbeschichter kennt überhaupt den Unterschied zwischen
Garantie
und Gewährleistung. Der Farbhersteller gewährleistet
heutzutage in der Regel 5 Jahre, mehr darf er gesetzlich
nicht.
Worauf will der Dachbeschichter 10 oder 20 Jahre
gewährleisten?
Auf schönes Wetter? Der muss nämlich die Farbe
buchstabengenau nach den Vorschriften des Herstellers verarbeiten. Im
Gegensatz zu den meisten anderen Handwerksbereichen gibt es
für
die Dachbeschichtung kein eigenes Fachregelwerk. Farben sind so
genannte „Halbfertigprodukte“. Und die sind nun
einmal nur
so gut, wie derjenige der sie verarbeitet.
Tipp
8: Vorsicht
bei Billigangeboten!
Ein „Drei Sterne
Menü“ für
sechsfuffzich anner Pommesbude!
Das wär´s doch. Wie, Sie schmunzeln und denken sich
das geht
nicht? Sie haben ja Recht, aber warum glauben dann immer wieder so
viele Leute, richtige Handwerker würden zu Dumpingpreisen
arbeiten?
Einmal angenommen zwei Handwerker verwenden dieselbe Dachfarbe, bei wem
geben Sie lieber Ihr Geld aus. Bei dem, der schon ein wenig streng
riecht, ein altes, klapperiges Auto fährt, schmutzige
Fingernägel, keine Fachausbildung (lassen Sie mich hier bitte
nicht fortfahren), oder bei der robusten Erscheinung mit einem
ordentlichen Auto und so weiter.
Sagen wir der Preisunterschied beträgt 15%. Die Antwort ist
klar.
Jetzt sagen wir aber der Preisunterschied beträgt 35%. Ihre
Antwort kann ich mir immer noch vorstellen. Oft weichen die Preise aber
um 60% und mehr ab und da kommen einige Zeitgenossen dann doch ins
Stocken und saufen sich zur Not das Billigangebot schön. Das
sind
aber oft auch die ersten, die dann über
„unseriöse
Anbieter“ meckern.
Nicht nur, wenn Ihnen ein Dachbeschichtungs-Angebot verdächtig
billig erscheint und Sie bei dem Preis nun gar nicht mehr widerstehen
können, lassen Sie sich unbedingt eine Kopie der
Betriebshaftpflichtversicherung
zeigen und prüfen Sie die Gültigkeit. Sonst kann es
unter Umständen schnell vorkommen, dass Sie "aus gegebenem
Anlass" eine Versicherung brauchen, die Ihnen Schäden durch
Fahrlässigkeit oder Böswilligkeit
bauausführender Firmen abdeckt. Sowas nennt man dann
Bauleistungsversicherung. Aber
Vorsicht, so eine Bauleistungsversicherung zahlt wiederum nicht
für Wasserschäden, die durch eine
unsachgemäße Bauausgührung entstehen. Wenn
Ihnen ein Billigheiumer also bei der Dachreinigung das halbe Haus unter
Wasser setzt, haben Sie Pech gehabt. Leider ist das häufiger
der Fall, als man glauben möchte. am Manche "Experten", die
auf der Bliigschiene reisen leisten wahrhaft
"abenteuerliches".
Glauben Sie auch und besonders in Bezug auf eine
Betriebshaftpflichtversicherung eines Handwerkers nichts, was
Sie nicht auch persönlich
überprüfen können.
Tipp
9: Haben
Sie keine Angst vor dem Preis.
Je größer und schneller das Auto…
Selbiges gilt
natürlich auch für Dachbeschichtungen. Je nachdem was
Ihre
Dachbeschichtung können soll, sind natürlich auch die
Preise
unterschiedlich. Unterschiedliche Materialpreise und unterschiedlich
aufwendige Applikationen und Arbeitsgänge machen einen Teil
des
Preises aus, der andere wird natürlich bestimmt von der
Qualifikation der Monteure und deren technischer Ausstattung.
Tipp
10: Holen Sie
Vergleichsangebote ein!
Wer den billigsten Preis sucht, wird ihn bestimmt auch finden. Meist
bekommt er aber auch eine dem Preis „angemessene“
Arbeitsqualität. Billig halt. Das ist so eine Art Marktgesetz.
Das
bedeutet aber nicht, dass man den teuersten nehmen soll. Die Angebote
genau prüfen und die Leistungen exakt miteinander vergleichen.
Wo
nur steht Dach reinigen und beschichten kostet (Summe) “
X“,
mit dem wird das nix. Was soll man da vergleichen, Versprechungen?
Versprechen kann sich doch jeder einmal, das passiert häufiger.
Tipp
11: Verlangen Sie zur
Dachbeschichtung immer Referenzen!
Machen Sie sich doch bitte eines klar: Ihr gegenüber will ihr
Geld. Wenn er gut ist, will er bestimmt auch nicht wenig. Das Darf er
zunächst einmal! Und bevor Sie ihm das Beste geben was Sie
haben,
und zwar Ihr Geld, haben Sie alles Recht der Welt sich von
ihm
Referenzen
zur Dachbeschichtung
geben zu lassen. Ist doch normal, man kauft doch nicht die Katze im
Sack! Fünf Stück sollten es mindestens
schon sein. Alle
mindestens 3 - 5 Jahre alt. Einige Schlitzohren versuchen
nämlich
Ihnen minderwertige Dachbeschichtungen, gerade auch bei
Hochglanzbeschichtungen, zu verkaufen. Nach 2 - 3 Jahren sehen Sie ganz
genau was wirklich Sache ist. Sehen Sie sich die Referenzen an und
prüfen Sie auch genau ob die Oberfläche eine
"Wolkenbildung"
oder andere Auffälligkeiten zeigt. Wenn ja, Finger weg und zum
nächsten Anbieter.
Tipp
12: Achten
Sie auf Arbeitssicherheit!
Viele wissen es nicht besser nd glauben der Punkt Arbeitssicherheit,
sprich Gerüst & Co. wären das alleinige
Problem des
Unternehmers. Weit gefehlt. Heutzutage ist auch der private
Auftraggeber für die Arbeitssicherheit mit verantwortlich. Ab
einer Traufenhöhe von 3 Metern hat ein Gerüst zu
stehen, auch
für Dachreinigung und Dachbeschichtung. Den Begriff
"Dacharbeiten
geringen Umfanges" (früher zwei Personentage) gibt es heute so
nicht mehr. Bei Verstößen wird wird nicht mehr nur
der
Unternehmer (Auftragenehmer) mit einer Strafe überzogen, es
trifft
auch den Auftraggeber. Sie also. Achten Sie also genau darauf, dass
dieser Punkt nicht aus dem Angebot "ausgeklammert" ist um Ihnen einen
günstigen Preis vorzutäuschen.
Tipp
13: Bestehen Sie auf
einem schriftlichen Angebot!
So haben Sie von Anfang an über alle Leistungen die Sie
(vielleicht) später einmal kaufen werden auch einen
schriftlichen
Überblick. Ausreden und Missverständnisse gibt es
nicht mehr.
Das gilt für beide Seiten. Immer wieder gibt es
Streit
darüber, nach welchem Vertragsrecht eine Dachbeschichtung zu
vereinbaren ist, VOV oder BGB. Mein Tipp: Bestehen Sie auf dem
Vertragsrecht nach BGB. Zum einen dürfen Sie eine
höhere
Gewährleistung vereinbaren, 5 Jahre anstatt nur vier Jahren,
zum
anderen vermeiden Sie dadurch die so genannte
"Nachtragsfalle".
Festpreis ist hier Festpreis.
.
Tipp
14: Treffen
Sie alle Nebenabreden schriftlich!
Besser man achtet bei den Angeboten immer auf ein korrektes und
wirklich vollständiges Leistungsverzeichnis. Nichts
mündlich
vereinbaren, denn im Streitfall steht vor Gericht sonst Aussage gegen
Aussage und Sie fallen durch. Und das, trotz einer vielleicht
berechtigten Forderung. Gerade bei der Dachbeschichtung, für
die
es außer den Verarbeitungsempfehlungen des Herstellers keine
weiteren technischen Regeln gibt, sind schriftliche Vereinbarungen
besonders wichtig.
Tipp
15: Wählen
Sie doch einfach einen
Meisterbetrieb.
Dächer beschichten dürfen Sie auch. Sie brauchen nur
ein
Gewerbe anmelden, Holz- & Bautenschutz reicht schon. Kein
Meisterzwang, nicht einmal eine Ausbildung ist vonnöten. Egal
was
Sie sind, was Sie gelernt haben, wenn Sie wollen (und sich
natürlich auch entsprechend anmelden) dürfen Sie sich
schon
ab morgen „Fachbetrieb für
Dachbeschichtungen“ nennen.
Abenteuerlich? So ist es aber. Sie haben einen Internetanschluss,
schauen Sie einfach ins Impressum einzelner Anbieter, Sie glauben gar
nicht wie oft Sie dort Holz- & Bautenschutz finden, oder auch
mal
nichts und das trotz vieler Pflichtangaben im Impressum.
Ein
Dachdecker
betreibt nun einmal eine Dachdeckerei und ein
Maler
einen Malerbetrieb. So einfach ist das.
Nachsatz:
Verstehen Sie mich um Gottes Willen nicht falsch. Nicht jeder
Holz- & Bautenschutzbetrieb ist gleich
unseriös. Auch
dann nicht, wenn er ausgerechnet Dächer beschichtet. Finde
aber
mal jemand die Nadel im Heuhaufen. Prüfen Sie doch einfach mal
den
Informationsgehalt von Webseiten, nicht nur die
vordergründigen
Werbeaussagen.
RT Malerbetrieb, das
Dach
schützt Ihr Haus, wir schützen Ihr
Dach.
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