Das Dach ist
der oberste
Abschluss eines Hauses und genau wie die Fassade auch, eine
Visitenkarte. Gerade in der heutigen Zeit soll es immer mehr
optisch exklusiv und repräsentativ sein. Zudem soll das Dach
sowohl
gemütlich, als auch beschützend und langlebig sein.
All diese Aufgaben und noch mehr soll die
Dacheindeckung
erfüllen. Die
Wahl der
Materialien und des
Dachdeckers ist aber nicht nur
von der Neigung
des Daches abhängig, sondern auch von Ihren
persönlichen
Vorlieben
sowie regionalen Faktoren. Es gibt viele Möglichkeiten
für
eine
Dacheindeckung, einige davon sind nachstehend in aller Kürze
beschrieben.
Dacheindeckung mit Ziegeln.
Das Material der Ziegel besteht aus einem gebrannten Ton und wird
im Handel in natur, engobiert oder glasiert angeboten. Neben
verschiedenen Naturtönen stehen heutzutage auch viele
Trendfarben
zur Auswahl. Die Ziegel wie zum Beispiel Biberschwanz-, Falz- und
Hohlziegel oder Hohlpfanne werden für Dachneigungen von ca. 22
Grad
bis 90 Grad verwendet. Für noch geringere Dachneigungen gibt
es
spezielle Modelle. Die Lebensdauer einer Dacheindeckung mit Ziegeln
ist sehr unterschiedlich. Sie hängt in erster Linie
von der
Qualität der verwndeten Rohstoffe ab. Nicht jede Tongrube
leifert
auch hochwertige Qualität, Standortfaktoren spielen aber auch
eine
große Rolle. Ist die Dacheindeckung die meiste Zeit des Tages
beschattet, etwa durch hohe Bäume, trocknet der Ziegel oft
nicht
richtig aus und diese erhöhte
Feuchtigkeit
führt zu einem
schnelleren
Abbau des Materials. Angefangen von etwa 30 bis 35 Jahren, kann ein
hervorragender Ziegel unter günstigen Bedingungen in
Ausnahmefällen
auch 200 Jahre und länder halten. Gerade bei den heutzutage
gefertigten Modellen ist dies aber eher die Ausnahme. Handwerk und
Verbraucher verlangen in erster Linie hübsche aber preiswerte
Dachwerkstoffe und da sind der Qualität der Dacheindeckung nun
einmal natürliche Grenzen gesetzt.
Ziegel werden schon seit Jahrtausenden für die
Neueindeckung
des Daches
verwendet. Gefertigt aus dem natürlichen Rohstoff Ton haben
Sie
eine sehr feinporige Oberfläche und bieten dem
Grünbelag
somit nur
geringe Möglichkeiten zur Anhaftung.
Übermäßiger
Bewuchs mit Moos,
Algen und Flechten ist bei einer Dacheindeckung mit Ziegeln also
vergleichsweise selten und ist eher ein Signal dafür, dass die
Lebensdauer dieser Dacheindeckung erreicht ist, oder in Kürze
erreicht sein wird.
Dacheindeckung mit Betondachsteinen,
Dachbeschichtung.
Betondachsteine bestehen aus einem Spezialbeton. Im Gegensatz zu
einem Ziegel aus Ton, dessen Material im Lauf der Jahre zuerst
unmerklich, dann aber immer schneller abbaut, gewinnt der Dachstein
mit zunehmendem Alter an Härte und Festigkeit. Würde
er nicht
so
schnell unansehnlich werden könnte er vielleicht 60, 70 oder
sogar
80 Jahre als Eindeckung auf dem Dach verbleiben. Eigentlich also
ein sehr langlebiger Dachwerkstoff, der zwar in der Formenvielfalt
nicht einem Tonziegel konkurrieren kann, dafür aber klar mit
bei
der Dacheindeckung einer größeren Farbenvielfalt
punktet.
Fast alle
Dachsteine werden heutzutage schon werksseitig mit einer
Beschichtung aus Flüssigkunststoffen, meist auf Acrylatbasis
versehen. Da diese aber schon im Laufe von wenigen Jahren
unansehnlich werden kann und nach einiger Zeit auch abwittert, sind
sie natürlich prädestiniert für eine
nachträgliche
Dachreinigung
und
Dachbeschichtung.
Falls Sie
Informationen zu Dachbeschichtungen suchen, auf unserer Seite
Dachbeschichtung
FAQhaben wir
für Sie häufig
gestellte Fragen und deren Antwortn für Sie
zusammengestellt.
Einige Dachsteinhersteller bieten als Ergänzung ihres
Sortimentes
neuerdings auch auch Schmutz abweisende
Oberflächenbeschichtungen
an. Es bleibt aber noch abzuwarten wie lange diese halten. Noch
fehlt es an aussagekräftigen Langzeiterfahrungen.
Auch
Dachsteine finden ihre überwiegende Verwendung im
Neigungsbereich
ab ca. 22 Grad aufwärts. Ein wesentlicher Aspekt, der
zusätzlich
für eine Dacheindeckung mit Dachsteinen sprechen kann, ist ihr
sehr
hohes Eigengewicht. Nicht nur in den Küstenregionen ergibt
sich
eine deutlich bessere Sturmsicherheit. Gerade in den heutigen
Zeiten des Klimawandels treten Stürme auch vermehrt im
Landesinneren auf.
Dacheindeckung mit Metallen.
Nach wie vor die klassische Eindeckung für schwach geneigte
Dächer
oder bei besonderen Konstruktionsarten des Dachstuhles. Beim Bau
von Industrie- oder Gewerbehallen hat die Dacheindeckung mit
Metallen schon lange den Wellplatten den Rang abgelaufen.
Metalldeckungen bestehen aus Materialien wie Titanzink, Kupfer,
Aluminium und verzinktem Stahlblech. Als gestalterisches Element
gewinnen zum Beispiel Stehfalzbekleidungen von Gauben zunehmend an
Bedeutung. Da sie im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser
allerdings immer noch einen recht geringen Stellenwert haben, und
zudem auch nicht immer sehr preiswert zu haben sind, sei dieser Art
der Dacheindeckung hier nur untergeordnete Bedeutung bemessen.
Dacheindeckung mit Schiefer, Schieferdeckung.
Natur Pur und fast unendliche Gestaltungsmöglichkeiten aber
kaum
Farbvarianten. Nich nur für eine Dacheindeckung, auch
für
Wand- und
Fassadenbekleidungen, das Naturmaterial Schiefer wirkt am
schönsten
in den klassischen Denkungsarten. Schiefer gibt es zwar in
verschiedenen Farbtönen, von dem klassischen schiefergrau und
anthrazit über dunkle grün- oder orangefarbene
Varianten,
jedoch
sind die Buntschiefer in Deutschland kaum verbreitet. Da bei einer
Schieferdeckung in jedem Fall ein regensicheres Unterdach
konstruiert wird, spielt die Dachneigung heutzutage eine eher
untergeordnete Rolle bei dieser Dacheindeckung.
Ein wesentlicher Vorteil des Werkstoffes Schiefer, ist sein
Ölgehalt. Dieser schützt die Dacheindeckung
zusätzlich.
Zum einen
nimmt er dadurch keine Feuchtigkeit auf, zum anderen ist sein
Gehalt an narürlichen Ölen ein natürlicher
Schutz vor
Verschmutzungen. und Grünbelag. Wenn überhaupt, sieht
man
Flechten,
Algen und Moos nur an den Rändern der Schieferplatten. Durch
seine
dunkle Färbung heizt sich Schiefer zudem sehr schnell auf. Was
im
Sommer unangenehm werden kann, trägt dafür im Winter
nicht
unerheblich zur Kostensenkung bei. Die Dacheindeckung mit Schiefer
kann auch an kalten Wintertagen die kostenlose Energie der Sonne
optimal in Wärme umsetzen.
Dacheindeckung mit Faserzementplatten,
Faserzementdeckungen haben, wohl nicht zuletzt wegen ihres
früheren
Anteiles an krebserregendem Asbest, ihre ehemalige Bedeutung als
Werkstoff zur Dacheindeckung ziemlich eingebüßt.
Faserzementplatten
sind aber nach wie vor beliebt als Dachrandverkleidung,
Kaminverkleidung oder Giebelverkleidung. Als Dach- oder Wellplatten
sind sie in verschiedenen Formen, Formaten, Farben und Profilen
erhältlich und auf Grund ihrer schnellen Montage eine
preisgünstige
Alternative zu meisten anderen Arten der Dacheindeckung. Bedingt
durch seine vielfältigen Formen und Profile sind
Faserzementdeckungen auch schon bei relativ schwachen Dachneigungen
möglich und oft auch für eine schnelle
Dachrenovierung
geeignet.
Dacheindeckung aus Reet, Reetdach.
Bei Reet oder nordisch Ried handelt es sich eine Art des
Schilfrohres, je nach Region sogar um verschiedene. Ähnlich
wie
beim Berufsbild Schieferdecker bilden die Reetdachdecker einen
eigenständigen Zweig des Dachdeckerhandwerks. Was ehemals die
nordische Küstenlinie so wundervoll prägte, wurde aus
Kostengründen
zunehmend durch Dachsteine ersetzt. In den letzten Jahren
verbreitet sich leider auch zunehmend ein aggressiver Schadpilz,
der diese wundervolle Handwerkskunst in nur wenigen Jahren,
manchmal sogar Monaten, zerstören kann. Momentan ist eine
Dacheindeckung aus Reet also eher risikobehaftet.
Dacheindeckung aus Holz, Schindeldach.
Von unseren Vorfahren, besonders in waldreichen Regionen
früher
häufig verwendet, sind nur noch wenige echte
Schindeldächer
erhalten. Der Aufwand für Erhaltung und Pflege dieses
Naturstoffes
ist halt sehr hoch und schon so manches Schindeldach fiel schon
allein aus Kostengründen einer
Dachsanierung zum Opfer.
Neben Schindeln
aus Eiche, Buche Lärche und Zeder wurden in einigen Regionen
auch
Dachschindeln aus Kiefernholz und sogar Fichtenholz gefertigt. Zwar
sehr selten, aber auch heutzutage gibt es noch echte Liebhaber der
Holzschindel als Material zur Dacheindeckung.