Der KellerMit nichts anderem gebaut als dem, was die Natur der Region hergab. Ursprünglich baute man Keller um Vorräte kühl aufzubewahren. Bauartbedingt waren die Temperaturen in diesem größtenteils unterirdischen Gebäudeteil wesentlich kühler. Der direkte Kontakt des Kellermauerwerks zum zumeist leicht feuchten, aber immer kühlen Erdreich sorgte für ziemlich konstante Temperaturen. Und das sowohl im Sommer, als auch im Winter.Mit der Erfindung der Kühlschränke, Kühltruhen etc. geriet der ursprüngliche Zweck des Kellers zunehmend in den Hintergrund. Heutzutage findet der Keller eher Verwendung als Heizraum, als Hobbyraum und immer öfter auch als Wohnraum. Bei Neubauten ist diese Nutzung des Kellers eher die Regel, als die Ausnahme. Darüber hinaus gibt es In einigen Ländern gibt es Vorschriften zur Kellernutzung, etwa als Luftschutzbunker. Im Folgenden sind vier zu unterscheidende Arten von Kellern beschriebe> HauskellerDer Hauskeller ist von der Grundfläche her genau so groß, wie das Haus bzw. Gebäude, das über ihm errichtet ist und wird von diesem vollständig abgedeckt.Der Hauskeller war in früheren Jahrhunderten ein sehr langlebiger und aus Naturbaustoffen stabil gebauter Teil des Gebäudes. Es ist keine Seltenheit, wenn heutzutage schon das zweite oder dritte Wohnhaus auf einem solcherart errichteten Keller steht und der alte Hauskeller weiterhin seinen Dienst versieht. .Aufgrund seiner stabilen Bauweise diente dieser Keller in Krisensituationen auch immer wieder als sichere Zuflucht für die Bewohner. Ob heutzutage und nach modernsten Prinzipien errichtete Keller eine ähnliche Lebensdauer erreichen darf bezweifelt werden. Moderne Baustoffe bedürfen der Abdichtung gegen Erdfeuchte nach DIN 18195, da sie bis auf wenige Ausnahmen für den direkten Kontakt mit der Erdfeuchte nicht mehr geeignet sind. Die moderne Nutzung des Hauskellers als Wohn- oder Trockenlagerraum ist natürlich auch nicht Feuchteverträglich. Gerade unsere modernen Ansprüche bereiten vielen älteren Naturstein- oder Ziegelkellern große Probleme. Alles soll neu aussehen, frisch verputzt und gestrichen sein. Die normalen, einfachen Kalkzementputze sind aber oft nicht verträglich gegenüber Feuchgtigkeit. Bei einem ewig leicht feuchtem Mauerwerk reagieren sie zunächst mit der Absonderung von Salpeter, danach fangen sie an, sich aufzulösen. Oft fallen sie nach Jahren in ganzen Brocken von der Wand. Oft viel zu vorschnell wird dann die Diagnose Aufsteigende Feuchte gestellt. Genau aus diesem Grunde muss eine Kellersanierung auch immer die Bauweise des Objektes berücksichtigen. Ein nachhaltiges Ergebnis wird in der Regel mit den Baustoffen erzielt, die von den ursprünglichen Erbauern verwendet wurden. Was für eine halbe Ewigkeit gebaut wurde endet sonst allzu oft in Zerfall, Schimmel und manchmal auch in Fäulnis. Allein mit einer Antischimmelfarbe, einer Schimmelbeseitigung oder Schimmelbekämpfung lassen sich diese Probleme auch nicht in den Griff bekommen. Schimmelbefall stellt lediglich die Folge dar und nicht die Ursache. Eine Schimmelsanierung kann immer nur ein Teilaspekt einer Kellersanierung darstellen. ErdkellerEr ist ein meist an einen Erdhang gegrabenes Bauwerk, welches dann an den Seiten mit Mauern und oben mit einer Gewölbedecke gestützt wird. Danach wird er ca. 4 m hoch mit Erdreich überdeckt. Er diente damals hauptsächlich zur Lagerung von Nahrungsmitteln. Als „Gemeinschaftseigentum“ war er deshalb meist am Rande von Siedlungen zu finden.Das man ihn mit so viel Erdreich überdeckt hat, beruht auf einem simplen thermischen Hintergrund. Die Erde dient als Dämmschicht und in ihr breitet sich Wärme mit einer Geschwindigkeit von nur ca. 8 m pro Jahr aus. Somit waren Erdkeller eigentlich immer optimal temperiert. Außer bei der Reifung bestimmter aromatischer Käsesorten spielen Erdkeller, zumindest in Westeuropa, keine Rolle mehr. FelsenkellerFelsenkeller befinden sich, wie der Name schon sagt, im Fels. Meist dienten natürliche Höhlen als Grundlage. Im Verlauf von Jahrzehnten, manchmal auch Jahrhunderten wurden diese nach und nach erweitert. Unterhalb von Städten, Burgen oder Festungsanlagen entstanden so z. T. weitläufige Labyrinthe wie z.B. unter dem Burgberg in Nürnberg. Aber auch im Hang des Schwandorfer Berges wurde ein Felsenkeller mit weit über 100 Räumen errichtet. Um 1500 diente er den Brauern der Kommune Schwandorf zu Gär- und Lagerzwecken. Im 2. Weltkrieg rettete er als Luftschutzbunker tausenden Menschen das Leben.LochkellerDer Lochkeller kam zu diesem Namen, weil man nur über ein im Gewölbe befindliches Loch Zugang zu ihm hatte, da er oftmals in Burgen zu finden war, bezeichnet man ihn gemeinhin als „Burgverlies“. Nun die Eignung als solches bleibt unbestritten, jedoch hatte der Lochkeller außerhalb von Burgen andere Aufgaben.In einer Burg befand er sich meist unterhalb der Burgtürme, seltener im Burghof und wurde überwiegend dazu benutzt, Personen festzuhalten. Sei es, es handelte sich um sog. „Spitzbuben“, „Beutelschneider“, Kriegsgefangene oder einfache Geiseln. Woher sich der Begriff „Jemanden ins Loch stecken“ ableitet, ist also nicht schwer zu erraten. Schlecht belüftet, völlig verdreckt und von Ratten bewohnt, betrug die Überlebensdauer der Gefangenen oft nur wenige Tage bis Wochen. Nicht selten nahmen von hier aus auch Seuchen ihren Anfang, die nicht nur die Burgbewohner dahinrafften, sondern auch ganze Landstriche entvölkern konnten. In einigen Weinregionen Ungarns wurden in Rhyolith-Tuffstein geschlagene Lochkeller zur Lagerung und Reifung von Wein benutzt. Rhyolith-Tuffstein eignet sich hervorragend für den Bau solcher unterirdischer Lagerstätten, da er sehr stabil ist und sich gleichzeitig auch sehr gut bearbeiten lässt. Aufgrund seiner Festigkeit brauchte man weder Mauerwerk noch Gewölbe um dem Keller die gewünschte Statik zu verleihen. Auf diese Weise konnte der Winzer seine Erzeugnisse bei konstanten 10°-15° C optimal einlagern. Die Bauweise ist charakteristisch für Weingebiete wie beispielsweise Eger oder Tokaj-Hegyalja. |















