Mit Schimmelbefall ist nicht zu spassen. Schon bevor Sie erst ein Problem mit Schimmel bekommen, beginnt die beste Schimmelbekämpfung in jedem Haushalt zunächst einmal mit der Prävention,.Das bedeutet, jeder Raumnutzer sollte die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Schimmel kennen und sie beachten.
Der wichtigste Punkt bei der Vorbeugung von Schimmelproblemen ist das oft zitierte Lüftungsverhalten. Im Folgenden sei dieses Mysterium einmal näher beschrieben.
Beim Lüften ist es wichtig, dass eine ausreichende Luftwechselrate* erreicht wird. Das geht am Besten, wenn 3 – 5-mal am Tag die Heizung ausschaltet und für jeweils etwa 10 Minuten bei vollständig geöffneten Fenstern Quergelüftet wird. Mit Querlüftung ist gemeint, dass die Fenster der jeweils gegenüberliegenden Seiten gleichzeitig geöffnet werden, dadurch lässt sich ein wesentlich stärkerer Luftstrom erzeugen und so die Feuchtigkeit schneller herauslüften. Ist dies bauartbedingt nicht möglich, so sind die Fenster entsprechend länger offen zu halten.
Da beim Kochen, Duschen oder Baden automatisch erhebliche Mengen Wasserdampf freisetzt werden, ist es sinnvoll, nach jeder Benutzung des Bades oder der Küche diesen Raum separat durch zu lüften.
In unten stehender Tabelle wird einmal veranschaulicht, wie groß die Unterschiede bei den verschiedenen Arten der Lüftung tatsächlich sind:
Fensterstellung |
Luftwechselrate 1/h |
| Fenster geschlossen | 0,1 – 0,3 |
| Fenster gekippt, Rollladen geschlossen | 0,3 – 1,5 |
| Fenster gekippt, Rollladen geöffnet | 0,8 – 4,0 |
| Fenster halboffen | 5,0 – 10,0 |
| Fenster vollständig geöffnet | 9,0 – 15,0 |
| Fenster vollständig geöffnet, Querlüftung | ca. 40 |
Aber es gibt noch eine Reihe weiterer Präventivmaßnahmen zur Schimmelbekämpfung, die es im Haushalt zu ergreifen gilt.
Nachfolgend sind einige Hausmittel beschrieben, die häufig von Privatpersonen zur Schimmelbekämpfung angewendet werden. Allerdings hat sich herausgestellt, dass die einzig wirksame Methode zur Abtötung von Schimmel hochprozentige Alkohole wie beispielsweise Isopropanol sind. Hierzu muss die betroffene Stelle mehrmals satt mit einem solchen Alkohol abgewaschen werden, jedoch darf sie dabei auf keinen Fall abgerieben werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Sporenkapseln platzen.
Weitere Möglichkeiten der Schimmelbekämpfung und warum sie keinen Erfolg bringen:
Damit sind die Möglichkeiten des Privathaushaltes eigentlich schon ausgeschöpft. Berücksichtigt man noch, dass viele Schimmelarten nicht nur gefährliche Allergene produzieren, sondern auch gefährliche Gifte (Mykotoxine) und einige sogar in der Lage sind, den Menschen direkt zu besiedeln, wird schnell klar, dass mit einer Schimmelsanierung oder Schimmelbekämpfung eigentlich nur der Fachmann beauftragt werden darf. Zudem ist schon seit Jahrzehnten bekannt, dass laienhaftes und unsachgemäßes „herumfingern“ die Belastung eher noch erhöht.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass nicht nur die Schimmelsporen Allergene und Gifte enthalten, sondern lebendige, aber auch abgestorbene Teile des Mycelsgenau mindestens genau so toxisch sind. Mit mechanischer Einwirkung durch zum Beispiel abreiben oder abwaschen werden diese zu Milliarden in die Raumluft abgegeben und schädigen dadurch alle Bewohner. Verschiedene Mykotoxine können nicht einmal durch eine 1 mm starke Plastikfolie aufgehalten werden. Früher oder später diffundieren sie hindurch. Dabei spielt es keine Rolle, ob der so abgesperrte Schimmelpilz lebendig oder schon abgestorben ist.
Manch ein Schimmelpilz entfaltet seine wahre Giftigkeit erst dann, wenn er abgestorben ist und langsam zerfällt. Das beste Beispiel hierfür ist der so genannte „Fluch des Pharao“ Aspergillus niger heißt der hierfür Verantwortliche. Eine Pyramide, die Grabkammer versiegelt und erst nach tausenden von Jahren geöffnet – die Beteiligten sind sehr schnell und sehr grausam verstorben. Zusammen mit dem ebenfalls sehr gefährlichen Stachybotrys chartarum und einigen anderen gehört der Aspergillus niger leider zu den sehr weit verbreiteten Schimmelpilzen.
Der Laie, der interessierte Heimwerker, aber auch der normale Handwerker, mit der Schimmelbeseitigung sind alle gleichermaßen überfordert. Ein Seminar von drei Tagen mit einem anschließenden Stempel oder einer Urkunde ist auch wenig hilfreich. Es gibt zu vieleSchimmelarten und jeder Schimmelpilz hat seine eigenen Charakteristika. So gibt es Schimmelpilze, die auf dem Untergrund Acrylfarbe (Dispersion) Allegene produzieren die für sich genommen schon gefährlich sind, auf einem Untergrund Siliconharzfarbe produzieren sie zusätzlich Mycotoxine. Auch in Internetforen finden Sie selten Hilfe die über völlig falsches Laienwissen hinaus geht. Eine Ausnahme wäre vielleicht dieses hier, im Themenbereich Badezimmer.
Schimmel wächst nur auf einem organischen Untergrund. Diesen nennt man Substrat. Zusätzlich benötigt er noch eine gewisse Luftfeuchte, ausreichend sind 75% – 80 % rel. oder Feuchte aus z. B. dem Mauerwerk. Der eine oder andere „hartgesottene“ Schimmelpilz baut sich aus freiem Wasserstoff des Substrates und dem Sauerstoff der Luft sein eigenes Wasser. Abgesehen von der Phase der Keimung und der ersten Entwicklung wächst er fröhlich und gesund auch ohne stetige Wasserzufuhr – eine kleine Chemiefabrik also.
Der Fachmann analysiert zuerst den Befall. Welche Arten kommen vor und auf welchem Substrat wachsen die Schimmelpilze.
Anschließend ermittelt er die Luftfeuchte im Wachstumsbereich sowie die Feuchte im Untergrund.
Ist dies festgestellt, gilt es per Analyse die Ursachen festzustellen. Von einem defekten Rohr über einen Haarriss in der Fassade, einem defekten Dach, einer einfachen Wärmebrücke, eine falsch ausgelegte Wärmedämmung, ungeeignete Baustoffe – es sind mehrere hundert Ursachen möglich. Sogar der große Baum auf dem Grundstück des Nachbarn kann als Schattenspender dafür verantwortlich sein, dass das Mauerwerk an manchen Stellen kühler bleibt und sich innen zum Beispiel Kondensfeuchte bilden kann.
Erst wenn die Ursache zweifelsfrei festgestellt ist, und in Verbindung mit der Schimmelbekämpfung auch behoben wird, kann der Schimmel effektiv und nachhaltig beseitigt werden.
Das Wundermittel wird zwar immer wieder versprochen, wenn es tatsächlich hilft, dann nur oberflächlich und nur kurz – viel zu kurz um dafür Geld auszugeben.
Die Sanierung von Schimmelpilzen ist eine hoch spezialisierte handwerkliche Tätigkeit, die enormes bautechnisches, bauphysikalisches und baubiologisches Wissen sowie sehr viel Erfahrung erfordert.
Bei der Kellersanierung ist besonders viel Vorsicht geboten, im Keller ist der Schimmel nicht immer sichtbar aber trotzdem genau so gefährlich.
*Luftwechselrate: 1/h; diese Kennzahl beschreibt, wie oft die Raumluft innerhalb einer Stunde komplett ausgetauscht wird.