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Feuchtigkeit

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Feuchtigkeit ist Wasser - Wasser ist Leben!

Egal in welcher Form, wir das Leben kennen oder wir es uns überhaupt vorstellen können. Im Wasser ist das Leben entstanden und die meisten Lebewesen bestehen zum größten Teil aus dem feuchten Element! Auch wir Menschen sind eigentlich nur strukturiertes Wasser. In so ziemlich jeder Materie findet man bei einer entsprechenden Messung einen gewissen Anteil an Feuchtigkeit, so logischerweise auch in unseren Baustoffen und Gebäuden. Das ist ganz normal und nichts Schlimmes, jedoch können bautechnische Mängel und Fehler bei der Raumnutztung zu einer überhöhten Feuchtigkeit führen und diese kann schwere Schäden an der Bausubstanz sowie für Mensch und Material gefährlichen Schimmelpilz nach sich ziehen.



Erhöhte Feuchtigkeit in Gebäuden und deren Folgen.

Wie entstehen durch Feuchtigkeit?

Für die Entstehung von Bauschäden durch überhöhte Feuchtebelastung können unzählige Ursachen verantwortlich sein, zunächst wird darin unterschieden, welche Art des Wassereintrags für einen Schaden verantwortlich ist. Es gibt entweder den Kondensateintrag (= Luftfeuchtigkeit die an einer Oberfläche kondensiert ist) oder den elementaren Wassereintrag (= flüssiges Wasser hat den Weg ins Mauerwerk gefunden).

Gerade in Verbindung mit Schimmelbefall ist die Sonderform der erhöhten Luftfeuchte im Wachstumsbereich zu berücksichtigen.

Nachfolgend sind nach die häufigsten Ursachen unterteilt in diese beiden Gruppen kurz beschrieben.


Feuchtigkeit durch Kondensateintrag

Ein gewisses Maß an Feuchtigkeit in der Raumluft ist für unser aller Wohlbefinden absolut notwendig, die optimale relative Luftfeuchtigkeit liegt bei etwa 55%.
Wir dieser Wert jedoch dauerhaft stark überschritten können Schäden folgen. Die Ursachen hier sind oft schwer zu bestimmen, jedoch sind auch hier entweder Fehler in der Raumnutzung oder bautechnische Fehler verantwortlich.

Bautechnische Ursachen für Feuchtigkeit durch Kondensateintrag

Wärmebrücke (fälschlich oft auch Kältebrücke genannt)
Hier handelt es sich um eine örtlich begrenzte Schwachstelle in der Baukonstruktion. Durch sie fließt mehr Wärme nach außen ab, als durch die umgebenden Bauteile. Folglich hat sie eine niedrigere Oberflächentemperatur und Feuchtigkeit aus der Raumluft kondensiert an ihr.

Typische Stellen für Wärmebrücken mit Bildung von Feuchtigkeit sind zum Beispiel
  • Balkone,
  • Rollladenkästen,
  • Mauersohlen,
  • Fensterrahmen und Fensterstürze,
  • Heizkörperbefestigungen im Mauerwerk,
  • Heizkörpernischen,
  • Deckenanschlüsse,
  • Ringanker,
  • Ecken im Haus und
  • ungedämmte Stahlbetonbauteile.

Ursachen hierfür sind oft verbaute Materialien mit einem Unterschiedlichen Wärmedurchgangskoeffizienten z.B. ein Neubau wird außen mit einem Vollwärmeschutz versehen, es werden jedoch mangelhaft oder gar nicht gedämmte Rollladenkästen eingebaut. Bedingt durch den andauernden Preiskampf in der Baubranche kommt es nicht selten vor, dass solch ungeeignete Materialien aus Kostengründen eingebaut werden.

Es kann sich aber auch einfach Verarbeitungsfehler aufgrund von Zeitdruck oder Unkenntnis handeln. Und zwar dann, wenn beispielsweise ein Fenster ohne die vorgeschriebenen Abdichtungen eingebaut, oder der Beiputz mangelhaft ausgeführt wird. Auch Planungsfehler sind nicht gerade selten.

Man könnte an dieser Stelle eine schier endlose Liste an Ursachen für oben genannte Wärmebrücken anführen. Fakt ist allerdings, unsere Vorfahren waren mit diesem Problem weit weniger bestraft. Sie brauchten keine hoch wärmegedämmten lippendichte, mit Kryptongas gefüllte und zigfach verglaste Fenster. Schon gar nicht solche mit einem weit niedrigeren U-Wert als die umgebenden Wände. Sie waren mit ihren einfach verglasten normalen Fenstern sehr zufrieden, haben diese doch die Strahlungswärme fast vollständig im Haus belassen. Lediglich die molekulare Wärmeübetragung führte dazu, dass sie des Nachts schneller abkühlte als das Mauerwerk. So hatte sie gerade nachts immer die niedrigste Temperatur aller Flächen und das Tauwasser ist an ihr kondensiert anstatt auf der Wand nebenan, man brauchte es nur weg zu wischen. Schimmelsanierung oder Schimmelbekämpfung gehörten bei dieser Bauweise schon fast zu den Fremdworten.

Gerade bei älteren Gebäuden fehlt der Bodenplatte eine kapillar brechende Schicht, bzw. Dämmung und die Bodenplatte hat ständig „Kalte Füße“. Fast egal ob Innen- oder Außenwand, im unteren Wandviertel kann sich dadurch Kondensfeuchte bilden. Auch wenn dies für alte Bauweisen völlig normal war, aus heutiger Sicht kann das einen Mangel darstellen. Wird diese Wand mit einem Kalkzementputz verputzt und zu allem Überfluss auch noch mit einer Dispersionsfarbe gestrichen, steht nach einiger Zeit wohl eine Kellersanierung ins Haus. Diese Baustoffe vertragen sich nicht mit Kondenswasser. Die Frage einen Sanierputz oder Luftkalkputz zu nehmen scheitert oft immer am Preis oder am Image.


Nutzungsbedingte Ursachen für den Kondensateintrag und Feuchtigkeit.

Falsches lüften

Eine häufige nutzungsbedingte Ursache für Kondensfeuchte ist ein falsches Lüftungsverhalten der Bewohner. Kochen, waschen, bügeln, trocknen, duschen, baden etc. etc. sorgen permanent für einen Überschuss an Wasserdampf. Man muss sich also zwingend die Frage stellen, wie man das optimale Niveau der relativen Luftfeuchtigkeit von 55% reguliert und dauerhaft hält. Es geht eigentlich ganz einfach – durch auslüften, man tauscht also die überfeuchtete, teilweise verbrauchte Raumluft gegen frische Luft von außen aus. Bei richtigem lüften kommt es auf eine ausreichende Luftwechselrate entscheidend an. Diese wird erreicht, indem Fenster bzw. Türen auf den jeweils gegenüberliegenden Gebäudeseiten gleichzeitig für etwa 5 Minuten geöffnet werden. Dies 3 - 5mal täglich angewendet schützt in Grenzen vor Schimmel und vermeidet so manche überflüssige Mauertrockenlegung, die sonst durch zu hohe Feuchtigkeit entstanden wäre.

Allerdings kann das Lüften zu einem falschen Zeitpunkt auch wieder für Kondenswasserbildung und damit Feuchtigkeit an der falschen Stelle sorgen. Und zwar dann, wenn es sich um vergleichsweise kühle Räume wie den Keller handelt. Die warme Luft von draußen kann mehr Wasserdampf aufnehmen als die des Kellers. Nach dem Lüften kühlt die frische Luft schnell an den Wänden ab und Tauwasser fällt aus. Aus diesem Grunde ist es in den Sommermonaten besser, Kellerräume erst nach Einbruch der Dunkelheit zu lüften.
Diese Art der Entstehung von Feuchtigkeit im Keller ist oft der Anfang einer ganzen Reihe überflüssiger Sanierungen.


Falsches heizen

Eine weitere Ursache für Feuchtigkeit und Tauwasserschäden, ist eine zu hoch geheizte Raumlufttemperatur in Verbindung mit Baustoffen hoher Wärmeleitfähigkeit.
Beispiel: Der Nutzer heizt aus welchen Gründen auch immer die Raumluft von Wohnzimmer, Bad und Küche auf 24°C auf, draußen hat es jedoch nur 8°C. und das Schlafzimmer ist unbeheizt. Es soll durch die Abwärme der anderen Räume versorgt werden und die Tür steht leicht auf.

Es entsteht ein stetiger Luftstrom (Thermik). Die warme, mit Feuchtigkeit gesättigte Luft aus den anderen Räumen kühlt im Schlafzimmer ab und verliert dadurch einen Teil seiner Feuchtigkeit. Diese kondensiert an Außenwänden, in den Fensterlaibungen oder in Ecken. Falsches Heizen ist zum Beispiel eine der typischen Ursachen für Schimmel hinter Fußleisten.

Weitere nutzungsbedingte Ursachen können sein:
  • Wäsche in der Wohnung trocknen,
  • aufstellen von Luftbefeuchtern,
  • zu viele Bewohner im Verhältnis zur Wohnfläche,
  • die Einrichtungsgegenstände stehen zu dicht an der Wand (Behinderung der Luftzirkulation)
  • sowie raumhohe Vorhänge


Feuchtigkeit durch elementaren Wassereintrag

bautechnische Ursachen

Das Eintreten von elementarem Wasser verursacht in der Regel die schwersten Schäden am Baukörper, jedoch sind deren Ursachen oftmals wesentlich einfacher zu lokalisieren. Da es in diesem Bereich auch eine große Bandbreite von Auslösern der der Problematik gibt, bestätigen einige Ausnahmen die Regel.

Typische Ursachen für Feuchtigkeit durch elementaren Wassereintrag sind zum Beispiel:
  • defekte bzw. nicht vorhandene Abdichtung gegen Erdfeuchte (Vertikalsperre),
  • falsch geplante Abdichtung gegen Erdfeuchte,
  • defekte Drainage,
  • Hochwasser,
  • defekte bzw. nicht vorhandene Horizontalsperre,
  • defekte Bodenplatte,
  • defekte Hohlkehle,
  • Undichtigkeiten an anderen Bauteilen z.B. Dach, Fassade oder Balkonen wodurch Wasser ins Mauerwerk eindringt,
  • nässende Altkamine,
  • wasserdurchlässig verfüllte Baugrube,
  • defekte Wasserrohre oder Abflussleitungen,
  • mangelhafter Schutz gegen Schlagregen an den Fassaden (insbesondere Wetterseite, über Gesimse, über Vordächer),
  • Sprühnebel aus Straßenverkehr (zum Teil mit Salzzusätzen),
  • mangelhafter Schutz gegen Spritzwasser (Sockelbereich, Balkone, Vordächer), und
  • Wasser auf der Geländeoberfläche, welches nicht vom Bauwerk weggeleitet wird (Oberflächenwasser).

Aufsteigende Feuchte

Die aufsteigende Feuchte ist wohl das am häufigsten diagnostizierte Schadensbild in Zusammenhang mit Feuchtigkeit überhaupt. Die Kellerwand ist feucht, die Horizontalsperre fehlt oder ist defekt Schimmel ist auch schon da und schon wird aufsteigende Feuchtigkeit festgestellt. Weil Eimer, Schaufel und Kelle grad greifbar sind wird auch sogleich munter drauf los saniert.

Aber wie funktioniert dieses Phänomen eigentlich?

Es soll eigentlich funktionieren wie ein Schwamm, das Mauerwerk saugt sich von unten nach oben durch die Kapillaren voll mit Wasser. So wird es uns zumindest immer erklärt.
Das aber dieser Effekt tatsächlich greift, bedarf es einem sehr dünnen Transportmedium, denn bereits bei einem Kapillardurchmesser von 0,1mm ist bei einer Höhe von ca. 14 cm Schluss mit aufsteigender Feuchte, da die Oberflächenspannung nicht mehr stark genug ist um das Wasser hoch zu transportieren. Bei einem Millimeter Durchmesser ist schon nach ca. 1,4 cm Ende.
 
Weiterhin haben wir alle gelernt, dass dieser Kapillareffekt nur funktioniert, wenn das Transportmedium entweder gleich dick bleibt oder dünner wird. Da allerdings die meisten Mauermörtel grobstofflicher sind, als Ziegel oder Mauerstein, bringt spätestens der Mauermörtel als Kapillar brechende Schicht jeglichen Kapillareffekt zum Erliegen.

Das Phänomen der aufsteigenden Feuchte ist also auf wenige und sehr feinstoffliche Baustoffe, meist ohne Mörtelfugen, begrenzt.

Als tatsächliche Ursache für diese Feuchtigkeit stellen sich meist Wärmebrücken oder Naturstein- bzw. Ziegel(keller)mauerwerk heraus, in Verbindung mit einem Kalkzementputz.

Hygroskopie

Extrem häufig ist dieser hygroskopische Effekt für das propagierte Schadensbild der so genannten aufsteigenden Feuchtigkeit verantwortlich.
Er funktioniert wie folgt: Bestimmte Baustoffe, wie Zement, einige hydraulisch abbindende Kalke oder Kaliwasserglas können, oft schon in Verbindung mit geringen Mengen Feuchtigkeit, Salze bilden. Es muss noch nicht einmal Kondenswasser oder ein Leitungsschaden sein. Hohe Luftfeuchtigkeit reicht unter bestimmten Umständen schon aus, damit sich Salpeter bilden kann.
Diese Salze wollen in Lösung mit Wasser (Hygroskopie), ziehen Feuchtigkeit aus der Luft an und binden diese, Sie wiederum, löst noch mehr Salze. Es handelt sich hier also um einen Effekt, der durchaus harmlos und unbemerkt beginnen kann, der sich immer weiter beschleunigt.

Nutzungsbedingte Ursachen für Feuchtigkeit durch elementaren Wassereintrag.

Nutzungsbedingte Ursachen für den elementaren Wassereintrag sind in der Regel defekte oder verkalkte Waschmaschinen und Spülmaschinen, die Ihren Dienst versagen und auslaufen, solche Vorkommnisse sind doppelt ärgerlich, da diese Geräte ersetzt werden müssen und gleichzeitig evtl. auftretende Schäden durch dieses Wasser behoben werden müssen. Jedoch gibt es nicht nur Schäden aus der Kategorie Pech, sondern auch banale und absolut vermeidbare Dinge, die komisch klingen, aber immer wieder vorkommen wie zum Beispiel:
  • überlaufende Badewannen und Waschbecken,
  • umgeworfene Wassereimer,
  • unvorsichtiges Duschen ohne Spritzwasserschutz sowie
  • auskippen von Planschbecken nahe der Außenfassade

Maßnahmen gegen die Feuchtigkeit

Dem Laien kann nur geraten werden, sich an neutrale Experten zu wenden und nicht gleich zu einer x-beliebigen Antischimmelfarbe  oder, noch schlimmer, in den Giftschrank der Bauchemie zu greifen. Zunächst gilt es die tatsächliche Ursache der Feuchtigkeit zu ermitteln und erst dann kann ein geeignetes Sanierverfahren ausgewählt werden. Ganz besonders ist hierbei zu berücksichtigen, dass es viele unterschiedliche Bauweisen gibt. Ebenso darf die spätere geplante Nutzung der Räume nicht außer Acht gelassen werden. In einem Ziegelkeller aus dem Jahr 1850 mit einer Deckenhöhe von lediglich 1,80 m macht es wenig Sinn, Wohnraumqualität herzustellen. Er wird ewig ein Nutzkeller bleiben. und erfordert deshalb andere Sanierungsmaßnahmen.

Und daran muss sich eine Sanierung orientieren. Ob eine komplette Kellersanierung oder nur eine Schimmelsanierung, wenn man die bauartbedingten Faktoren sowohl bei der geplanten späteren Nutzung, als auch bei der Planung der Sanierung ausreichend berücksichtigt, kann es durchaus sein, dass Kellersanierung und Feuchtesanierung sowie Schimmelbekämpfung und Schimmelbeseitigung und auch Mauertrockenlegung und Mauerwerkstrocknung sehr preisweret sein können. All dies ist nämlich nicht sehr weit auseinander.




 
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