Welche Aufgaben hat
ein
Maler?
Ein wenig Farbe
auf die
Rolle und mal schnell die Wand weiß anstreichen, so wird das
Berufsbild des Malers in vielen Kreisen der der
Öffentlichkeit wahrgenommen. Vielleicht noch etwas tapezieren, und
damit hat es sich dann. Entgegen allgemein
vorherrschender Meinung umfasst der Beruf des Malers und Lackierers
deutlich mehr als etwa das Anstreichen oder Tapezieren von
Wänden.
Wichtige
Aufgaben des
Malers.
Im Gegenteil ein
Maler
und Lackierer hat einen der vielfältigsten Handwerksberufe
überhaupt. In seinen Aufgabenbereich fallen sowohl traditionelle
Malerarbeiten, wie Bautenlackierungen, Holzschutz bzw.
Holzinstandsetzung, Wandbeläge (Tapeten und Raufaser),
Verputzarbeiten, Gestaltungstechniken, Illusionsmalerei und das
Streichen von Wänden im Innen- und Außenbereich, als auch
moderne
Arbeitsverfahren, wie Betoninstandsetzung, Vollwärmeschutz,
Bodenlegerarbeiten, Boden- bzw. Balkon-/Terrassenbeschichtung mit
Flüssigkunststoffen, Bauwerksabdichtung und
Brandschutzbeschichtungen. Darüber hinaus wurde bis vor kurzem
jeder Maler- und Lackierergeselle bzw. Maler- und Lackierermeister
auch in der Fahrzeuglackierung geprüft.
Um den
Malerberuf wenigstens einigermaßen überschauen zu
können und die
Komplexität der Ausbildung nicht ins Uferlose zu treiben, hat man
die Ausbildungsordnung für Maler und Lackierer überarbeitet
und die
Berufe Maler und Fahrzeuglackierer
vollständig voneinander
getrennt. Im Folgenden beschäftigen wir uns daher
ausschließlich mit dem Berufsbild Maler.
Niemand kann alles wissen! Und da
jeder der
vorgenannten Handwerksleistungen eine große Menge an DIN-Normen
und
anderer Verordnungen und Vorschriften zu Grunde liegt und die
Ausführung jeweils ihr ganz eigenes Fachwissen und die nötige
Erfahrung erfordert spezialisiert sich heutzutage fast jeder
Malerbetrieb auf bestimmte Themenschwerpunkte. Damit er sein
Aufgabengebiet innerhalb des komplexen Malerberufes überschauen
kann, um auf dem heiß umkämpften Markt wettbewerbsfähig
zu bleiben
und dem Kunden mit dem jeweiligen Spezialwissen die bestmögliche
Qualität bieten zu können.
Der Maler im Denkmalschutz.
Einige Betriebe
haben
sich zum Beispiel auf traditionelle Malerei und Restauration
spezialisiert. Bis ins letzte Jahrhundert hinein zierten Jagdszenen
oder Motive aus dem täglichen Leben et cetera viele Fassaden. Zwar
gibt es heute nur noch wenige Malerbetriebe, die sich dieser Kunst
verschrieben haben, allerdings wollen auch die unzähligen
wertvollen Wandgemälde in Kirchen, Kathedralen und Schlössern
erhalten werden, was enormes Feingefühl und Sachkenntnis der in
den
verschiedenen Stilepochen verwendeten Bindemittel, Pigmente,
Werkzeuge und Maltechniken erfordert. Darüber hinaus stehen viele
historische Stadtkerne unter Denkmalschutz. Die Restauration bzw.
Instandhaltung z.B. von Fachwerkhäusern ist ein ganz eigenes
Fachgebiet, welches wiederum sein eigenes Spezialwissen über
Bauphysik sowie traditionelle Farben und Putze
erfordert.
Der Maler als Gestalter!
Viele Maler haben
Gestaltungstechniken wie zum Beispiel die Glättetechnik, die
Wischtechnik, die Lasurtechnik oder die Schwammstupftechnik in
Ihrem Angebot. Viele behaupten es für sich, aber nur wenige, meist
aufs künstlerische spezialisierte Betriebe, können mit Farben
und
Formen wirklich Stimmungen erzeugen und beherrschen so
anspruchsvolle Malertechniken wie Effektlasuren, Glättetechniken
oder Imitationen (z.B. Marmorimitation, Holzimitation mit
Bierlasur).
Obwohl, wie
in der Kunst, die unterschiedlichsten Materialien zum Einsatz
kommen können, werden doch in der Regel die heutzutage typischen
Materialien aus dem Malerhandwerk verwendet. Die allermeisten
Gestaltungstechniken werden mit Dispersionsfarben und -lasuren
gemacht. Sehr häufig kommen auch Lacke zum Einsatz.
Auch wenn es hier
hauptsächlich
auf Farbwirkung und Optik ankommt, sind dennoch etliche wichtige
technische Materialeigenschaften und Untergrundeigenschaften zu
beachten. Zum Beispiel werden Dispersionstechniken in Bädern mit
einem transparenten Spezialbindemittel versiegelt um sie Wasser
abweisend zu machen und so zu schützen.
Allgemeine Malerarbeiten.
Andere Firmen
hingegen
setzen auf die wohl bekanntesten Malerarbeiten, wie Tapezieren,
Streichen und Lackieren. Ob
die Küche neu tapeziert werden muss, im Wohnzimmer eine neue
Raufaser geklebt und anschließend gestrichen werden soll oder die
Heizkörper eine neue Lackierung benötigen, auch hier gibt es
unzählige Arbeitstechniken und Materialien. Allein die große
Auswahl an Wandbelägen, welche alle ihre eigenen Klebeverfahren
(Weichzeit, Art des Klebers, etc.) haben, füllt mehrere
Bücher.
Genau so beim Anstrich oder der Sanierung von Fassaden. Ständig
dem
Wetter ausgesetzt sollte eine Fassade rechtzeitig angestrichen oder
beschichtet werden. Für jeden Untergrund gibt es die geeigneten
Farben und Beschichtungsstoffe, leider aber nicht mehr für jeden
Zustand.
Der Maler und der Holzschutz.
Eine der wohl
unbeliebtesten Arbeiten des Malers ist der Holzschutz, da er
besonders viel Fachwissen und meist auch gründliche Vorbereitung
verlangt. Bei der Fülle an verschiedenen Holzarten und
Holzinhaltsstoffen, die jeweils eine andere Vorbehandlung und
Beschichtungstechnik erfordern, ist es schwierig den Überblick zu
behalten. Ob das Holzbauteil lackiert oder lasiert werden muss und
mit welcher Lasur bzw. welchem Lack genau es behandelt werden muss
entscheidet nicht etwa der Kunde sondern vielmehr wird es durch das
Bauteil vorgegeben. Fenster und Türen z.B. müssen zwingend
mit
einer Dickschichtlasur endbeschichtet oder lackiert werden,
Dachüberstände wiederum mit einer Dünnschichtlasur,
nicht jedoch
mit Lack.
Auch der Zustand des Holzes ist zu beachten. Bei Schäden kann eine
sehr aufwändige und teure Instandsetzung notwendig sein. Unter
anderem deshalb ist es manchmal schwierig dem Kunden das
Preisniveau zu vermitteln. Wenn es nicht gerade um die Renovierung,
Restaurierung und Erhaltung schützenswerter Bausubstanz geht, ist
es oftmals preiswerter eine flächige Verschalung komplett
auszutauschen, als nach DIN 18363 zu überarbeiten.
Weitere Gründe warum der
Holzschutz in Malerkreisen nicht bei jedem beliebt ist, sind Holz
zerstörende Insekten und Schadpilze und bestimmte
Fäulnisbakterien.Sie alle dienen
eigentlich dazu abgestorbene organische Materie wieder in den
Kreislauf des Lebens zurück zu führen, sind aus
verständlichen
Gründen aber in Gebäuden nicht erwünscht.
Holz zerstörende
Insekten
unterscheiden sich nach ihren Temperatur- und
Feuchtigkeitsansprüchen und werden allgemein eingeteilt in Frisch-
Trocken und Faulholzinsekten. Für die Bausubstanz im engeren Sinne
gefährlich sind die Trockenholzinsekten welche für Ihre
Larvenentwicklung, je nach Art eine Holzfeuchte von lediglich nur 8
bis 16% benötigen. Besonders hervorzuheben sind hier die Arten der
Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus), Gemeiner Nagekäfer
(Anobium
punctatum) und Brauner Splintholzkäfer Lyctus brunneus).
Der Maler und der Brandschutz.
Etwas anderes ist
es,
wenn Holz oder andere Bauteile nicht vor Witterung, sondern vor
Feuer geschützt werden sollen. So genannte
Brandschutzbeschichtungen werden zum Beispiel auf Holz schon seit
Jahrhunderten ausgeführt. Früher allerdings mit
Reinsilikatfarben.
Da Silikatfarben, sofern sie nicht wie sie heute, wegen der
besseren Verarbeitbarkeit, oftmals mit Dispersionsanteil (sog.
Dispersionssilikatfarbe) hergestellt werden, nicht brennbar sind,
schützen sie Holz eine gewisse Zeit vor Feuer. Die enorme Hitze,
die bei einem Wohnungsbrand entsteht zerstört das Holz allerdings
trotzdem im Vergleich zu modernen Brandschutzfarben relativ
schnell.
Heutige Intumeszenz-Flammschutzsysteme
funktionieren indem eine dämmschichtbildende
Brandschutzbeschichtung aufgebracht wird. Bei Einwirkung von hohen
Temperaturen (ab 150°C) bildet die Beschichtung eine
mirkroporöse,
nicht brennbare Kohledämmschicht. Ausgehend von einer
Trockenschichtdicke zwischen 0,2 und 0,3 mm schäumt die
Beschichtung auf das fünfzig bis hundertfache auf. Die
Dämmschicht
ist, wie der Name schon sagt, wärmeisolierend und schützt so
die
darunter liegenden Bauteile vor weiterer Aufheizung.
Natürlich gibt es auch hier wieder viele verschiedene Hersteller
und unterschiedliche Eigenschaften solcher Farben. Deshalb sind
Brandschutzbeschichtungsstoffe in unterschiedliche
Feuerwiderstandsklassen eingeteilt, und zwar nach der Zeit
in Minuten, die bis zum Versagen des zu schützenden Bauteils
für
Rettungsmaßnahmen oder ähnliches zur Verfügung steht.
Die Skala
reicht von F30 über F60 (feuerhemmend), F90 und F120
(feuerbeständig) bis F180 (hoch feuerbeständig, 3 Stunden
Zeit bis
zum Versagen des Bauteils). Je nach Gebäudeart (zum Beispiel
Schule, Wohnhaus, Gerichtgebäude) und Größe bzw. Anzahl
der
Stockwerke des Gebäudes sind werden unterschiedliche
Zeiträume für
Rettungs- und Brandbekämpfungsmaßnahmen benötigt,
welche die
Brandschutzbeschichtung zu Verfügung stellen soll.
Der Maler hat im Fall eines
Brandes also direkte Verantwortung für Sachwerte und vor allem
Menschenleben!!! Daher ist Sachkenntnis und peinlich genaue
Einhaltung und Kontrolle der Vorschriften wie zum Beispiel die
Mindestschichtdicke der Brandschutzbeschichtung, der Holzschutz
bzw. Korrosionsschutz unter der Beschichtung oder die Auswahl der
Schutzbeschichtung über der Brandschutzbeschichtung unverzichtbar!
Aus diesem Grund ist es empfehlenswert einen auf diesem Gebiet
erfahrenen (und vom jeweiligen Hersteller zertifizierten!)
Meisterbetrieb mit dem Projekt zu betrauen.
Des Weiteren wird heute nicht
nur
Holz vor Feuer bzw. Hitze geschützt, sondern fast noch wichtiger
ist heutzutage Stahl. Stahl wird nämlich ab einer gewissen
Temperatur porös und da Stahl meistens ein tragendes Bauteil
bildet, würde das Gebäude ohne Brandschutz an den
Stahlbauteilen
binnen wenigen Minuten einstürzen.
In vielen Fällen ist im
Vorwege
schon der Verbau „nicht brennbarer“ Baustoffe
(Baustoffklasse A (A2
100% anorganisch bzw. A2 geringer Anteil organisch), nicht
brennbar) vorgeschrieben. Aus Holzbauteilen, welche in der
Baustoffklasse B2 (dicker als 2mm, normal entflammbar) bzw. B3
(>2mm, leicht entflammbar) eingeordnet werden, können durch
eine
Brandschutzbeschichtung maximal schwer entflammbare Bauteile der
Baustoffklasse B1 gemacht werden.
Das Malerhandwerk und die Chemie.
Mit dem Aufkommen
der
Kunststoffdispersion in den sechziger Jahren wurde das
Malerhandwerk und damit auch der Malerberuf ein weiteres Mal um ein
umfangreiches Kapitel reicher. Bis heute gibt es zig verschiedene
Bindemittel für die verschiedenen Anwendungszwecke im Innen- und
Außenbereich und tausende verschiedene Rezepturen von
Kunstharzfarben. Die moderne Chemie hat schließlich
Beschichtungsstoffe hervorgebracht, die Wasser abweisen, unter
UV-Strahlung organische Partikel zersetzten, Keime abtöten,
undurchlässig für bestimmte Gase sind oder ganze Räume
gegen
elektromagnetische Strahlung abschirmen. Für viele Zwecke
müssen
Anstriche wasserdampfdurchlässig sein, für andere hingegen
dürfen
sie dies nicht. Es gibt sogar Spezialfarben um Dächer zu
beschichten, wobei noch nicht geklärt ist, welchem Handwerk die
Dachbeschichtung zugerechnet werden soll. Dennoch ist eine schnelle
und preiswerte Alternative zum Dach sanieren gegenüber einer
Neueindeckung.
In der
Stahlbetoninstandsetzung,
hauptsächlich an Balkonen, darf die Beschichtung z.B. kein
Kohlendioxid durchlassen, sonst würde der Beton seine
Alkalität
verlieren (sog. Carbonatisierung), welche die Stahlarmierung vor
Rost schützt. Die Betonfestigkeitsklasse ist hierbei zu
beachten!
Schimmel in der
Wohnung.
Andererseits
bringen die
modernen Kunststofffarben auch Nachteile mit sich, da ältere
Gebäude nicht mehr so gut atmen können wie vorher, was zu
Kondenswasser an den Innenwänden führen kann. Da es nach
neuesten
Schätzungen etwa 250.000 Schimmelpilzarten gibt und
Kunstharzbindemittel organische Verbindungen sind, wundert es
nicht, dass es einige Schimmelarten schaffen diese zu verdauen.
Hier muss der Maler wieder seine Fachkenntnis beweisen.
Zunächst muss die
Ursache für die
Feuchtigkeit gefunden werden, wobei es kaum zählbar viele
Möglichkeiten mit zum Teil denselben Folgen gibt. Zumeist ist der
Schaden das Ergebnis mehrer Ursachen in Kombination. Sind die
Ursachen festgestellt, ist ein sachgemäßer Sanierungsplan zu
erstellen, welcher oft auch andere Gewerke als den Maler
einschließt, in dem zunächst die Ursachen beseitigt werden.
Das
kann häufig teurer werden, als die Beseitigung des Schadens
selbst.
Oftmals so teuer, dass ein vernünftiges
Preis-/Leistungsverhältnis,
nur mit Spezialputzen und Spezialbeschichtungen, welche die
dauerhafte Feuchtebelastung aushalten und auf Grund von hoher
Alkalität nicht schimmeln können. Diese Variante ist
allerdings
auch nicht in jedem Fall möglich.
Sind die Ursachen behoben
kann mit
der Schadenbeseitigung begonnen werden. Häufig ist auch dies sehr
umfangreich und teuer. In der Regel muss der Putz ausgetauscht
werden, neu tapeziert und gestrichen werden. Alles in allem können
hier schnell mehrere tausend Euro Schaden zusammen kommen. Daher
muss der Malerbetrieb, der diesen beseitigen soll, über ein sehr
umfangreiches Wissen über Bauphysik und Materialien und deren
Eigenschaften verfügen, sonst ist er nicht in der Lage eine
sachgemäße Sanierung, wobei die unterschiedlichsten
Materialen zum
Einsatz kommen können, durchzuführen. In diesem Fall
würde der
Schaden nach kurzer Zeit wieder auftauchen und der Bauherr hätte
viel Geld für nichts investiert.
Der Maler und die
Wärmedämmung.
Das bringt uns
zum
Vollwärmeschutz. Denn oft genug liegt die Ursache von
Schimmelschäden im Innenbereich an einer unsachgemäßen
oder
fehlenden Wärmedämmung.
Dadurch können so genannte Kältebrücken entstehen,
welche zu
Kondenswasser und letztlich Schimmel an den Innenwänden
führen.
Wechselt man in einem Altbau zum Beispiel nur die alten Fenster
gegen besser gedämmte aus, kann das dazu führen, dass sich
Luftfeuchtigkeit nicht mehr an den Fenstern niederschlägt, sondern
an den Innenwänden, sehr häufig speziell an den
Innenlaibungen der
Fenster. Selbiges gilt, wenn bei einem Vollwärmeschutz einige
Fassadenteile (auch gerne die Laibungen) zu schwach gedämmt
werden.
Deshalb ist bei jeder Wärmedämmmaßnahme im Vorfeld eine
komplizierte Berechnung und Kundenberatung, vorzugsweise durch
einen speziell geschulten Energieberater, notwendig.
Die folgende Ausführung der Maßnahmen muss
selbstverständlich auch
höchst gewissenhaft und sachgemäß erfolgen.
Ein Wärmedämmverbundsystem,
wie es von vielen
Malerbetrieben angeboten wird, besteht üblicherweise aus folgenden
Komponenten:
- evtl. Grundierung (zum Beispiel
Acrylhydrosol)
- Befestigung
(Dämmplattenkleber bzw.
Dübel)
- Dämmstoff (in der Regel
Polystyrolhartschaum)
- 1. Schicht Armierungskleber
- 2. Schicht Armierungskleber
- Putzgrund (quarzgefüllte
Kunststoffdiepersion)
- Oberputz (in der Regel
Strukturputz auf
Kunstharzbasis aber auch mineralisch)
Normalerweise ist der Oberputz
eingefärbt,
sodass ein Anstrich zunächst nicht erforderlich ist..
Der Maler als Bodenleger.
Obwohl es
spezialisierte
Bodenlegerbetriebe gibt, gehören Bodenbelagsarbeiten, außer
(kurioserweise!!!) Bodenbeschichtungen, auch zur Ausbildung im
Malerberuf. Und zwar muss ein angehender Maler alles über textile
Bodenbeläge (Teppiche) und elastische (PVC, Linoleum,etc.), deren
Eigenschaften, Anwendungsbereiche, Verarbeitungsweisen und über
die
Verschiedenen Befestigungstechniken und Befestigungsmittel
lernen.
Neben der zu erwartenden
mechanischen Beanspruchung, welche für elastische Beläge in
zehn
und für textile Beläge in vier Klassen eingeteilt ist und
auch
spezielle Befestigungstechniken erfordert, sind noch ganz andere
Eigenschaften wichtig. Ein elastischer Bodenbelag kann z.B.
ableitfähig, antistatisch, für Fußbodenheizung geeignet
mineralöl-
und fettbeständig, stuhlrollengeeignet oder
zigarettenglutbeständig
sein. Ein textiler Belag kann antistatisch, für
Fußbodenheizung
geeignet, stuhlrollengeeignet, feuchtraumgeeignet oder
treppengeeignet. Darüber hinaus sind textile Bodenbeläge in
vier
Komfortklassen eingeteilt.
Als Befestigungstechniken
kommen
vollflächige Verklebung, vollflächige Verklebung mit
Sprüh- oder
Rollkleber, Lose Verlegung auf Klebeband, Verlegung auf Klebenetz
oder Klebevlies, Verspannen von textilen Belägen und andere
Befestigungsarten in Frage.
Kein Wunder, dass es
dafür
spezielle Betriebe auch außerhalb des Malerhandwerks gibt, welche
dann auch Laminat und zum Teil Parkett verlegen.
Der Maler und die Bodenbeschichtung.
Ein weiteres
Geschäftsfeld für Malerbetriebe, welches die moderne Chemie
möglich
gemacht hat, ist die Bodenbeschichtung. Ob riesige Industriehallen,
Arztpraxen, Schulen, Hotels, Geschäfte oder (vergleichsweise)
winzige Flure im privaten Eigenheim, ob Balkone, Terrassen oder
Flachdächer, die Anwendungsmöglichkeiten sind nahezu
unendlich und
damit auch die Anforderungen an Optik, Lebensdauer und
Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchung, Chemikalien,
Witterungseinflüsse und die Dehnfähigkeit. Sogar elektrisch
leitfähige sind möglich. Sie verhindern statische Aufladung
zum
Beispiel in IT-Räumen oder Krankenhäuern.
Fast immer
kommen in der Bodenbeschichtung so genannte Polyadditionsharze
(zweikomponentige Polyurethanharze oder zweikomponentige
Epoxydharze) oder einkomponentige Polyurethanharze zum Einsatz. Bei
mehreren tausend verschiedenen Harzen, unterschiedlicher
Hersteller, dieser Gruppen, mit individuellen
Verarbeitungseigenschaften und Anwendungszwecken, sollte
Bodenbeschichter eigentlich schon ein eigener Beruf sein.
Für den Privatkunden
bzw. für
repräsentative Geschäftsobjekte lassen sich mit verschiedenen
Untergrundfarbtönen und durch einstreuen von Kunststofffarbchips
(aus Polyvinylacetat – PVA) bzw. Colorquarz oder aufspachteln von
z.B. Marmorgranulat in seinen unterschiedlichsten Farben ganz
individuelle Farbspiele erzeugen. Die Gestaltungsmöglichkeiten
sind
buchstäblich unendlich.
Der Maler und die Balkonsanierung
Werden diese
Reaktionsharze im Außenbereich als Balkon- bzw.
Terrassenabdichtung
oder Flachdachabdichtung eingesetzt, spielt neben der
Farbgestaltung auch die Ausführung der Anschlüsse,
Durchflusse und
sonstiger kritischer Bereiche eine wichtige Rolle. Da die
Beschichtung in diesem Fall der Witterung ausgesetzt ist müssen
als
Schlussbeschichtung spezielle, lichtechte Polyurethane eingesetzt
werden. Sowohl die Balkonbeschichtung, als auch die
Terrassenbeschichtung und die Flachdachbeschichtung fallen als
„Flachdachabdichtung“ in das Dachdeckerhandwerk. Somit sind
zusätzlich zur DIN 18363 und anderen Normen speziell die Regeln
des
deutschen Dachdeckerhandwerkes anzuwenden. Da sich Dachdecker
verständlicherweise allerdings nur ungern mit Farbe und besonders
ungern mit hartnäckigen Kunstharzen „schmutzig“
machen, beschränken
sie sich hauptsächlich auf die echten Flachdächer. Wegen den
endlosen Gestaltungsmöglichkeiten und den optischen
Ansprüchen des
Bauherren haben die Maler den Bereich Balkone und Terrassen
übernommen. Es kommen auch völlig unterschiedliche
Beschichtungssysteme von unterschiedlichen Herstellern zur
Anwendung.
In jedem Fall ist bei einer
solchen Bauwerksabdichtung umfangreiches Wissen über
Untergründe,
Systemaufbauten, Materialien und deren Eigenschaften erforderlich.
Und natürlich Präzision und Gewissenhaftigkeit. Nachteilig
für den
Endkunden ist, dass sich in diesem Bereich auch Holz- &
Bautenschutzbetriebe betätigen dürfen. Da man keinerlei
Ausbildung
benötigt um einen solchen Betrieb zu eröffnen, tummeln sich
hier,
wie auch bei Dachbeschichtungen, viele ahnungslose
Hobbygesundbeter. Um dem Risiko, einem solchen „Schwarzen
Schaaf“
aufzusitzen, aus dem Weg zu gehen, ist es dringend zu empfehlen
einen Maler- oder Dachdeckermeisterbetrieb zu beauftragen, da es je
nach Anspruch häufig um hohe Auftragswerte geht, in jedem Fall
aber
um Dauerhaftigkeit. Die Freude über eine billige Balkonsanierung
wird im Nachhinein allzu oft durch mangelhafte Lebensdauer
getrübt.
Schlussbemerkung
Dies war nur eine
kurze,
grobe Zusammenfassung des Malerhandwerks, dennoch zeigt sie alles
in allem, dass der Malerberuf viel zu umfangreich für ein normales
Malerleben ist und auch ein Malermeister vielleicht niemals in der
Lage sein wird alles, was ins Berufsbild gehört anzubieten und die
jeweiligen Fachregeln, Materialien, Untergründe und
Verarbeitungstechniken zu kennen.
RT Malerbetrieb.
Malerarbeiten,
Fassadenanstrich, Dachreinigung, Dachbeschichtung und Dachsanierung
in Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern
und Baden-Württemberg..
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