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Welche Aufgaben hat ein Maler?

Ein wenig Farbe auf die Rolle und mal schnell die Wand weiß anstreichen, so wird das Berufsbild des Malers in vielen Kreisen der der Öffentlichkeit wahrgenommen. Vielleicht noch etwas tapezieren, und damit hat es sich dann.  Entgegen allgemein vorherrschender Meinung umfasst der Beruf des Malers und Lackierers deutlich mehr als etwa das Anstreichen oder Tapezieren von Wänden.

Wichtige Aufgaben des Malers.

Im Gegenteil ein Maler und Lackierer hat einen der vielfältigsten Handwerksberufe überhaupt. In seinen Aufgabenbereich fallen sowohl traditionelle Malerarbeiten, wie Bautenlackierungen, Holzschutz bzw. Holzinstandsetzung, Wandbeläge (Tapeten und Raufaser), Verputzarbeiten, Gestaltungstechniken, Illusionsmalerei und das Streichen von Wänden im Innen- und Außenbereich, als auch moderne Arbeitsverfahren, wie Betoninstandsetzung, Vollwärmeschutz, Bodenlegerarbeiten, Boden- bzw. Balkon-/Terrassenbeschichtung mit Flüssigkunststoffen, Bauwerksabdichtung und Brandschutzbeschichtungen. Darüber hinaus wurde bis vor kurzem jeder Maler- und Lackierergeselle bzw. Maler- und Lackierermeister auch in der Fahrzeuglackierung geprüft.

Malerlogo

Um den Malerberuf wenigstens einigermaßen überschauen zu können und die Komplexität der Ausbildung nicht ins Uferlose zu treiben, hat man die Ausbildungsordnung für Maler und Lackierer überarbeitet und die Berufe Maler und Fahrzeuglackierer vollständig voneinander getrennt. Im Folgenden beschäftigen wir uns daher ausschließlich mit dem Berufsbild Maler.


Niemand kann alles wissen! Und da jeder der vorgenannten Handwerksleistungen eine große Menge an DIN-Normen und anderer Verordnungen und Vorschriften zu Grunde liegt und die Ausführung jeweils ihr ganz eigenes Fachwissen und die nötige Erfahrung erfordert spezialisiert sich heutzutage fast jeder Malerbetrieb auf bestimmte Themenschwerpunkte. Damit er sein Aufgabengebiet innerhalb des komplexen Malerberufes überschauen kann, um auf dem heiß umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben und dem Kunden mit dem jeweiligen Spezialwissen die bestmögliche Qualität bieten zu können.


Der Maler im Denkmalschutz.

Einige Betriebe haben sich zum Beispiel auf traditionelle Malerei und Restauration spezialisiert. Bis ins letzte Jahrhundert hinein zierten Jagdszenen oder Motive aus dem täglichen Leben et cetera viele Fassaden. Zwar gibt es heute nur noch wenige Malerbetriebe, die sich dieser Kunst verschrieben haben, allerdings wollen auch die unzähligen wertvollen Wandgemälde in Kirchen, Kathedralen und Schlössern erhalten werden, was enormes Feingefühl und Sachkenntnis der in den verschiedenen Stilepochen verwendeten Bindemittel, Pigmente, Werkzeuge und Maltechniken erfordert. Darüber hinaus stehen viele historische Stadtkerne unter Denkmalschutz. Die Restauration bzw. Instandhaltung z.B. von Fachwerkhäusern ist ein ganz eigenes Fachgebiet, welches wiederum sein eigenes Spezialwissen über Bauphysik sowie traditionelle Farben und Putze erfordert.


Der Maler als Gestalter!

Viele Maler haben Gestaltungstechniken wie zum Beispiel die Glättetechnik, die Wischtechnik, die Lasurtechnik oder die Schwammstupftechnik in Ihrem Angebot. Viele behaupten es für sich, aber nur wenige, meist aufs künstlerische spezialisierte Betriebe, können mit Farben und Formen wirklich Stimmungen erzeugen und beherrschen so anspruchsvolle Malertechniken wie Effektlasuren, Glättetechniken oder Imitationen (z.B. Marmorimitation, Holzimitation mit Bierlasur).

Gestaltung innen, Beispiel.

Obwohl, wie in der Kunst, die unterschiedlichsten Materialien zum Einsatz kommen können, werden doch in der Regel die heutzutage typischen Materialien aus dem Malerhandwerk verwendet. Die allermeisten Gestaltungstechniken werden mit Dispersionsfarben und -lasuren gemacht. Sehr häufig kommen auch Lacke zum Einsatz.

Auch wenn es hier hauptsächlich auf Farbwirkung und Optik ankommt, sind dennoch etliche wichtige technische Materialeigenschaften und Untergrundeigenschaften zu beachten. Zum Beispiel werden Dispersionstechniken in Bädern mit einem transparenten Spezialbindemittel versiegelt um sie Wasser abweisend zu machen und so zu schützen.


Allgemeine Malerarbeiten.

Andere Firmen hingegen setzen auf die wohl bekanntesten Malerarbeiten, wie Tapezieren, Streichen und Lackieren.  Ob die Küche neu tapeziert werden muss, im Wohnzimmer eine neue Raufaser geklebt und anschließend gestrichen werden soll oder die Heizkörper eine neue Lackierung benötigen, auch hier gibt es unzählige Arbeitstechniken und Materialien. Allein die große Auswahl an Wandbelägen, welche alle ihre eigenen Klebeverfahren (Weichzeit, Art des Klebers, etc.) haben, füllt mehrere Bücher. Genau so beim Anstrich oder der Sanierung von Fassaden. Ständig dem Wetter ausgesetzt sollte eine Fassade rechtzeitig angestrichen oder beschichtet werden. Für jeden Untergrund gibt es die geeigneten Farben und Beschichtungsstoffe, leider aber nicht mehr für jeden Zustand.


Der Maler und der Holzschutz.

Eine der wohl unbeliebtesten Arbeiten des Malers ist der Holzschutz, da er besonders viel Fachwissen und meist auch gründliche Vorbereitung verlangt. Bei der Fülle an verschiedenen Holzarten und Holzinhaltsstoffen, die jeweils eine andere Vorbehandlung und Beschichtungstechnik erfordern, ist es schwierig den Überblick zu behalten. Ob das Holzbauteil lackiert oder lasiert werden muss und mit welcher Lasur bzw. welchem Lack genau es behandelt werden muss entscheidet nicht etwa der Kunde sondern vielmehr wird es durch das Bauteil vorgegeben. Fenster und Türen z.B. müssen zwingend mit einer Dickschichtlasur endbeschichtet oder lackiert werden, Dachüberstände wiederum mit einer Dünnschichtlasur, nicht jedoch mit Lack.

Auch der Zustand des Holzes ist zu beachten. Bei Schäden kann eine sehr aufwändige und teure Instandsetzung notwendig sein. Unter anderem deshalb ist es manchmal schwierig dem Kunden das Preisniveau zu vermitteln. Wenn es nicht gerade um die Renovierung, Restaurierung und Erhaltung schützenswerter Bausubstanz geht, ist es oftmals preiswerter eine flächige Verschalung komplett auszutauschen, als nach DIN 18363 zu überarbeiten.

Weitere Gründe warum der Holzschutz in Malerkreisen nicht bei jedem beliebt ist, sind Holz zerstörende Insekten und Schadpilze und bestimmte Fäulnisbakterien.Sie alle dienen eigentlich dazu abgestorbene organische Materie wieder in den Kreislauf des Lebens zurück zu führen, sind aus verständlichen Gründen aber in Gebäuden nicht erwünscht.

Holz zerstörende Insekten unterscheiden sich nach ihren Temperatur- und Feuchtigkeitsansprüchen und werden allgemein eingeteilt in Frisch- Trocken und Faulholzinsekten. Für die Bausubstanz im engeren Sinne gefährlich sind die Trockenholzinsekten welche für Ihre Larvenentwicklung, je nach Art eine Holzfeuchte von lediglich nur 8 bis 16% benötigen. Besonders hervorzuheben sind hier die Arten der Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus), Gemeiner Nagekäfer (Anobium punctatum) und Brauner Splintholzkäfer Lyctus brunneus).


Der Maler und der Brandschutz.

Etwas anderes ist es, wenn Holz oder andere Bauteile nicht vor Witterung, sondern vor Feuer geschützt werden sollen. So genannte Brandschutzbeschichtungen werden zum Beispiel auf Holz schon seit Jahrhunderten ausgeführt. Früher allerdings mit Reinsilikatfarben. Da Silikatfarben, sofern sie nicht wie sie heute, wegen der besseren Verarbeitbarkeit, oftmals mit Dispersionsanteil (sog. Dispersionssilikatfarbe) hergestellt werden, nicht brennbar sind, schützen sie Holz eine gewisse Zeit vor Feuer. Die enorme Hitze, die bei einem Wohnungsbrand entsteht zerstört das Holz allerdings trotzdem im Vergleich zu modernen Brandschutzfarben relativ schnell.

Heutige Intumeszenz-Flammschutzsysteme funktionieren indem eine dämmschichtbildende Brandschutzbeschichtung aufgebracht wird. Bei Einwirkung von hohen Temperaturen (ab 150°C) bildet die Beschichtung eine mirkroporöse, nicht brennbare Kohledämmschicht. Ausgehend von einer Trockenschichtdicke zwischen 0,2 und 0,3 mm schäumt die Beschichtung auf das fünfzig bis hundertfache auf. Die Dämmschicht ist, wie der Name schon sagt, wärmeisolierend und schützt so die darunter liegenden Bauteile vor weiterer Aufheizung.

Natürlich gibt es auch hier wieder viele verschiedene Hersteller und unterschiedliche Eigenschaften solcher Farben. Deshalb sind Brandschutzbeschichtungsstoffe in unterschiedliche Feuerwiderstandsklassen eingeteilt,
  und zwar nach der Zeit in Minuten, die bis zum Versagen des zu schützenden Bauteils für Rettungsmaßnahmen oder ähnliches zur Verfügung steht. Die Skala reicht von F30 über F60 (feuerhemmend), F90 und F120 (feuerbeständig) bis F180 (hoch feuerbeständig, 3 Stunden Zeit bis zum Versagen des Bauteils). Je nach Gebäudeart (zum Beispiel Schule, Wohnhaus, Gerichtgebäude) und Größe bzw. Anzahl der Stockwerke des Gebäudes sind werden unterschiedliche Zeiträume für Rettungs- und Brandbekämpfungsmaßnahmen benötigt, welche die Brandschutzbeschichtung zu Verfügung stellen soll.

Der Maler hat im Fall eines Brandes also direkte Verantwortung für Sachwerte und vor allem Menschenleben!!! Daher ist Sachkenntnis und peinlich genaue Einhaltung und Kontrolle der Vorschriften wie zum Beispiel die Mindestschichtdicke der Brandschutzbeschichtung, der Holzschutz bzw. Korrosionsschutz unter der Beschichtung oder die Auswahl der Schutzbeschichtung über der Brandschutzbeschichtung unverzichtbar! Aus diesem Grund ist es empfehlenswert einen auf diesem Gebiet erfahrenen (und vom jeweiligen Hersteller zertifizierten!) Meisterbetrieb mit dem Projekt zu betrauen.

Des Weiteren wird heute nicht nur Holz vor Feuer bzw. Hitze geschützt, sondern fast noch wichtiger ist heutzutage Stahl. Stahl wird nämlich ab einer gewissen Temperatur porös und da Stahl meistens ein tragendes Bauteil bildet, würde das Gebäude ohne Brandschutz an den Stahlbauteilen binnen wenigen Minuten einstürzen.

In vielen Fällen ist im Vorwege schon der Verbau „nicht brennbarer“ Baustoffe (Baustoffklasse A (A2 100% anorganisch bzw. A2 geringer Anteil organisch), nicht brennbar) vorgeschrieben. Aus Holzbauteilen, welche in der Baustoffklasse B2 (dicker als 2mm, normal entflammbar) bzw. B3 (>2mm, leicht entflammbar) eingeordnet werden, können durch eine Brandschutzbeschichtung maximal schwer entflammbare Bauteile der Baustoffklasse B1 gemacht werden.


Das Malerhandwerk und die Chemie.

Mit dem Aufkommen der Kunststoffdispersion in den sechziger Jahren wurde das Malerhandwerk und damit auch der Malerberuf ein weiteres Mal um ein umfangreiches Kapitel reicher. Bis heute gibt es zig verschiedene Bindemittel für die verschiedenen Anwendungszwecke im Innen- und Außenbereich und tausende verschiedene Rezepturen von Kunstharzfarben. Die moderne Chemie hat schließlich Beschichtungsstoffe hervorgebracht, die Wasser abweisen, unter UV-Strahlung organische Partikel zersetzten, Keime abtöten, undurchlässig für bestimmte Gase sind oder ganze Räume gegen elektromagnetische Strahlung abschirmen. Für viele Zwecke müssen Anstriche wasserdampfdurchlässig sein, für andere hingegen dürfen sie dies nicht. Es gibt sogar Spezialfarben um Dächer zu beschichten, wobei noch nicht geklärt ist, welchem Handwerk die Dachbeschichtung zugerechnet werden soll. Dennoch ist eine schnelle und preiswerte Alternative zum Dach sanieren gegenüber einer Neueindeckung.

In der Stahlbetoninstandsetzung, hauptsächlich an Balkonen, darf die Beschichtung z.B. kein Kohlendioxid durchlassen, sonst würde der Beton seine Alkalität verlieren (sog. Carbonatisierung), welche die Stahlarmierung vor Rost schützt. Die Betonfestigkeitsklasse ist hierbei zu beachten!


Schimmel in der Wohnung.

Andererseits bringen die modernen Kunststofffarben auch Nachteile mit sich, da ältere Gebäude nicht mehr so gut atmen können wie vorher, was zu Kondenswasser an den Innenwänden führen kann. Da es nach neuesten Schätzungen etwa 250.000 Schimmelpilzarten gibt und Kunstharzbindemittel organische Verbindungen sind, wundert es nicht, dass es einige Schimmelarten schaffen diese zu verdauen. Hier muss der Maler wieder seine Fachkenntnis beweisen.

Zunächst muss die Ursache für die Feuchtigkeit gefunden werden, wobei es kaum zählbar viele Möglichkeiten mit zum Teil denselben Folgen gibt. Zumeist ist der Schaden das Ergebnis mehrer Ursachen in Kombination. Sind die Ursachen festgestellt, ist ein sachgemäßer Sanierungsplan zu erstellen, welcher oft auch andere Gewerke als den Maler einschließt, in dem zunächst die Ursachen beseitigt werden. Das kann häufig teurer werden, als die Beseitigung des Schadens selbst. Oftmals so teuer, dass ein vernünftiges Preis-/Leistungsverhältnis, nur mit Spezialputzen und Spezialbeschichtungen, welche die dauerhafte Feuchtebelastung aushalten und auf Grund von hoher Alkalität nicht schimmeln können. Diese Variante ist allerdings auch nicht in jedem Fall möglich.

Sind die Ursachen behoben kann mit der Schadenbeseitigung begonnen werden. Häufig ist auch dies sehr umfangreich und teuer. In der Regel muss der Putz ausgetauscht werden, neu tapeziert und gestrichen werden. Alles in allem können hier schnell mehrere tausend Euro Schaden zusammen kommen. Daher muss der Malerbetrieb, der diesen beseitigen soll, über ein sehr umfangreiches Wissen über Bauphysik und Materialien und deren Eigenschaften verfügen, sonst ist er nicht in der Lage eine sachgemäße Sanierung, wobei die unterschiedlichsten Materialen zum Einsatz kommen können, durchzuführen. In diesem Fall würde der Schaden nach kurzer Zeit wieder auftauchen und der Bauherr hätte viel Geld für nichts investiert.


Der Maler und die Wärmedämmung.

Das bringt uns zum Vollwärmeschutz. Denn oft genug liegt die Ursache von Schimmelschäden im Innenbereich an einer unsachgemäßen oder fehlenden Wärmedämmung.

Dadurch können so genannte Kältebrücken entstehen, welche zu Kondenswasser und letztlich Schimmel an den Innenwänden führen.

Wechselt man in einem Altbau zum Beispiel nur die alten Fenster gegen besser gedämmte aus, kann das dazu führen, dass sich Luftfeuchtigkeit nicht mehr an den Fenstern niederschlägt, sondern an den Innenwänden, sehr häufig speziell an den Innenlaibungen der Fenster. Selbiges gilt, wenn bei einem Vollwärmeschutz einige Fassadenteile (auch gerne die Laibungen) zu schwach gedämmt werden.

Deshalb ist bei jeder Wärmedämmmaßnahme im Vorfeld eine komplizierte Berechnung und Kundenberatung, vorzugsweise durch einen speziell geschulten Energieberater, notwendig.

Die folgende Ausführung der Maßnahmen muss selbstverständlich auch höchst gewissenhaft und sachgemäß erfolgen.

Ein Wärmedämmverbundsystem, wie es von vielen Malerbetrieben angeboten wird, besteht üblicherweise aus folgenden Komponenten:

  • evtl. Grundierung (zum Beispiel Acrylhydrosol)
  • Befestigung (Dämmplattenkleber bzw. Dübel)
  • Dämmstoff (in der Regel Polystyrolhartschaum)
  • 1. Schicht Armierungskleber
  • Armierungsgewebe
  • 2. Schicht Armierungskleber
  • Putzgrund (quarzgefüllte Kunststoffdiepersion)
  • Oberputz (in der Regel Strukturputz auf Kunstharzbasis aber auch mineralisch)
Normalerweise ist der Oberputz eingefärbt, sodass ein Anstrich zunächst nicht erforderlich ist..


Der Maler als Bodenleger.

Obwohl es spezialisierte Bodenlegerbetriebe gibt, gehören Bodenbelagsarbeiten, außer (kurioserweise!!!) Bodenbeschichtungen, auch zur Ausbildung im Malerberuf. Und zwar muss ein angehender Maler alles über textile Bodenbeläge (Teppiche) und elastische (PVC, Linoleum,etc.), deren Eigenschaften, Anwendungsbereiche, Verarbeitungsweisen und über die Verschiedenen Befestigungstechniken und Befestigungsmittel lernen.

Neben der zu erwartenden mechanischen Beanspruchung, welche für elastische Beläge in zehn und für textile Beläge in vier Klassen eingeteilt ist und auch spezielle Befestigungstechniken erfordert, sind noch ganz andere Eigenschaften wichtig. Ein elastischer Bodenbelag kann z.B. ableitfähig, antistatisch, für Fußbodenheizung geeignet mineralöl- und fettbeständig, stuhlrollengeeignet oder zigarettenglutbeständig sein. Ein textiler Belag kann antistatisch, für Fußbodenheizung geeignet, stuhlrollengeeignet, feuchtraumgeeignet oder treppengeeignet. Darüber hinaus sind textile Bodenbeläge in vier Komfortklassen eingeteilt.

Als Befestigungstechniken kommen vollflächige Verklebung, vollflächige Verklebung mit Sprüh- oder Rollkleber, Lose Verlegung auf Klebeband, Verlegung auf Klebenetz oder Klebevlies, Verspannen von textilen Belägen und andere Befestigungsarten in Frage.

Kein Wunder, dass es dafür spezielle Betriebe auch außerhalb des Malerhandwerks gibt, welche dann auch Laminat und zum Teil Parkett verlegen.


Der Maler und die Bodenbeschichtung.

Ein weiteres Geschäftsfeld für Malerbetriebe, welches die moderne Chemie möglich gemacht hat, ist die Bodenbeschichtung. Ob riesige Industriehallen, Arztpraxen, Schulen, Hotels, Geschäfte oder (vergleichsweise) winzige Flure im privaten Eigenheim, ob Balkone, Terrassen oder Flachdächer, die Anwendungsmöglichkeiten sind nahezu unendlich und damit auch die Anforderungen an Optik, Lebensdauer und Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchung, Chemikalien, Witterungseinflüsse und die Dehnfähigkeit. Sogar elektrisch leitfähige sind möglich. Sie verhindern statische Aufladung zum Beispiel in IT-Räumen oder Krankenhäuern.

Beispiel Bodenbeschichtung.

Fast immer kommen in der Bodenbeschichtung so genannte Polyadditionsharze (zweikomponentige Polyurethanharze oder zweikomponentige Epoxydharze) oder einkomponentige Polyurethanharze zum Einsatz. Bei mehreren tausend verschiedenen Harzen, unterschiedlicher Hersteller, dieser Gruppen, mit individuellen Verarbeitungseigenschaften und Anwendungszwecken, sollte Bodenbeschichter eigentlich schon ein eigener Beruf sein.

Für den Privatkunden bzw. für repräsentative Geschäftsobjekte lassen sich mit verschiedenen Untergrundfarbtönen und durch einstreuen von Kunststofffarbchips (aus Polyvinylacetat – PVA) bzw. Colorquarz oder aufspachteln von z.B. Marmorgranulat in seinen unterschiedlichsten Farben ganz individuelle Farbspiele erzeugen. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind buchstäblich unendlich.


Der Maler und die Balkonsanierung

Werden diese Reaktionsharze im Außenbereich als Balkon- bzw. Terrassenabdichtung oder Flachdachabdichtung eingesetzt, spielt neben der Farbgestaltung auch die Ausführung der Anschlüsse, Durchflusse und sonstiger kritischer Bereiche eine wichtige Rolle. Da die Beschichtung in diesem Fall der Witterung ausgesetzt ist müssen als Schlussbeschichtung spezielle, lichtechte Polyurethane eingesetzt werden. Sowohl die Balkonbeschichtung, als auch die Terrassenbeschichtung und die Flachdachbeschichtung fallen als „Flachdachabdichtung“ in das Dachdeckerhandwerk. Somit sind zusätzlich zur DIN 18363 und anderen Normen speziell die Regeln des deutschen Dachdeckerhandwerkes anzuwenden. Da sich Dachdecker verständlicherweise allerdings nur ungern mit Farbe und besonders ungern mit hartnäckigen Kunstharzen „schmutzig“ machen, beschränken sie sich hauptsächlich auf die echten Flachdächer. Wegen den endlosen Gestaltungsmöglichkeiten und den optischen Ansprüchen des Bauherren haben die Maler den Bereich Balkone und Terrassen übernommen. Es kommen auch völlig unterschiedliche Beschichtungssysteme von unterschiedlichen Herstellern zur Anwendung.

In jedem Fall ist bei einer solchen Bauwerksabdichtung umfangreiches Wissen über Untergründe, Systemaufbauten, Materialien und deren Eigenschaften erforderlich. Und natürlich Präzision und Gewissenhaftigkeit. Nachteilig für den Endkunden ist, dass sich in diesem Bereich auch Holz- & Bautenschutzbetriebe betätigen dürfen. Da man keinerlei Ausbildung benötigt um einen solchen Betrieb zu eröffnen, tummeln sich hier, wie auch bei Dachbeschichtungen, viele ahnungslose Hobbygesundbeter. Um dem Risiko, einem solchen „Schwarzen Schaaf“ aufzusitzen, aus dem Weg zu gehen, ist es dringend zu empfehlen einen Maler- oder Dachdeckermeisterbetrieb zu beauftragen, da es je nach Anspruch häufig um hohe Auftragswerte geht, in jedem Fall aber um Dauerhaftigkeit. Die Freude über eine billige Balkonsanierung wird im Nachhinein allzu oft durch mangelhafte Lebensdauer getrübt.

Schlussbemerkung

Dies war nur eine kurze, grobe Zusammenfassung des Malerhandwerks, dennoch zeigt sie alles in allem, dass der Malerberuf viel zu umfangreich für ein normales Malerleben ist und auch ein Malermeister vielleicht niemals in der Lage sein wird alles, was ins Berufsbild gehört anzubieten und die jeweiligen Fachregeln, Materialien, Untergründe und Verarbeitungstechniken zu kennen.




 



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