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Schimmelsanierung

Gründe für Schimmelbefall

Die wichtigsten Voraussetzungen für Schimmelbefall und das Wachstum von Schimmel sind:
  • Ein geeigneter Nährboden (Kohlenstoffverbindungen)
  • mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5.
  • eine Lufttemperatur zwischen 25°C und 30°C und
  • Zeit

Die zentrale Komponente für einen Schimmelbefrall hierbei ist bekanntermaßen die Feuchtigkeit. Die oben angegebenen Werte sind die Optimalbedingungen für einen Schimmelpilz. Die Toleranz vieler Schimmelarten ist sehr groß, so gibt es einige Arten, die bereits ab einer Temperatur von 0°C anfangen zu wachsen. Detailliertere Informationen finden sie auf unseren Seiten Schimmel, Schimmelpilz und Schimmelbefall.


Allgemeingültiges zur Schimmelsanierung.

Bei größerem Befall sollte vor jeder Schimmelsanierung unbedingt der Rat von Fachleuten eingeholt werden, da dieses Thema weit über die Möglichkeiten von Hausmittelchen hinausgeht.


In aller Regel geht einer erfolgreichen Beseitigung des Befalls und Instandsetzung der betroffenen Teile eine gründliche Ursachenermittlung voraus. Denn ein nachhaltiger Sanierungserfolg kann am Besten mit einer vorherigen Ursachenanalyse und –Beseitigung  gewährleistet werden. Das sollte nach Möglichkeit auch unbedingt geschehen.

In vielen Fällen, besonders im Kellerbereich, ist dies aber aus finanziellen oder technischen Gründen nicht möglich. Deshalb müssen alternative Lösungen gesucht und gefunden werden.

Für die Schimmelsanierung gibt es auf Grund der Vielzahl verschiedener Untergründe und Ursachen kein Generalkonzept. Jeder Untergrund bedarf einer eigenen Strategie. In jedem Fall gehen folgende Sofortmaßnahmen voraus:

  • Verlegung aller Personen (insbesondere Immunschwache: Ältere Menschen, Kinder und Allergiker) aus dem Gefahrenbereich.
  • Vermeidung weiterer Emissionen z.B. durch den Einbau einer Luftschleuse oder binden der Partikel durch Überstreichen.
  • Verwendung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (Schutzbrille, Arbeitshandschuhe, Overall, Feinstaubmundschutz, am besten in Kombination mit einem Schutzfilter gegen organische Gase).

Die folgenden Ausführungen zeigen für die wichtigsten Untergründe sinnvolle Lösungsstrategien auf.

Schimmelsanierung bei Holz

Bevor  ein Befall beseitigt wird zwischen Schimmel und holzzerstörenden Pilzen unterschieden werden. Die Beseitigungsmaßnahmen sind nämlich verschiedene.

Das heißt - noch davor sollte abgewägt werden, ob ein Austausch der betroffenen Bauteile nicht eventuell sinnvoller und finanziell vorteilhafter ist als eine Instandsetzung.

Hat man sich für eine Schimmelsanierung  vorhandener Bauteile aus Holz entschieden, beginnt man damit das Holz trocken zu legen und den Schimmel mit geeigneten Mitteln zur Schimmelbekämpfung zu töten. Danach werden die zusammengefallenen Mycelien feucht entfernt und das Holz gründlich geschliffen, denn die Geflechte dringen maximal 1mm tief in den Untergrund ein. Schleifstaub ist abzusaugen und fachgerecht zu entsorgen. Dafür gibt es spezielle Spezialbehältnisse.

Für die anschließende Neubeschichtung empfiehlt sich in aller Regel ein deckendes System mit einer Grundierung gegen färbende Holzinhaltsstoffe, da diese sonst an die Oberfläche gelangen können.


Schimmelsanierung an Siliconfugen.

Wenig bekannt ist die Tatsache, dass der Schimmelpilz auch Siliconfugen befallen kann. Dort ist er nicht weniger gefährlich als an Tapeten oder anderen Orten. Gerade der Untergrund Silicon veranlasst manche Schimmelarten dazu, vermehrt Mycotoxine zu bilden.

Ein Rückbau der Silikonfugen ist normalerweise nur bei starkem Befall notwendig. Bei frischem und schwachem Befall genügt es als Schimmelsanierung, die Fuge mit Isopropanol mehrmals gründlich zu reinigen.

Ist dies nicht mehr möglich muss die Fuge herausgeschnitten und fachgerecht entsorgt werden und der Untergrund gründlich mechanisch (z.B. Stahlbürste) und der Hilfe von hochprozentigen Alkoholen, Aceton oder Waschbenzin gereinigt werden.

Um erneuten Befall zu vermeiden, empfiehlt es sich bei der Neuverfugung fungizid ausgerüstetes Sanitärsilikon zu verwenden.


Schimmelsanierung auf Wandbekleidungen.

Bei Wandbekleidungen ist es irrelevant ob und mit welchem Beschichtungsstoff sie gestrichen sind. Sie müssen in fast allen Fällen ausgebaut, eingehaust und fachgerecht entsorgt werden. Eine Schimmelsanierung in Wandbekleidungen ist also fast immer mit einem Ausbau der befallenen Teile Bekleidungen verbunden.

Wenn das geschehen ist, ist zu überprüfen, ob der Untergrund ebenfalls befallen ist und zurückgebaut werden muss. Obwohl Schimmel eigentlich ein Oberflächensiedler ist, erforderlich. Der Grund ist hier in der heutzutage überreichlichen Verwendung von Kunstharzhaltigen Putzen und Grundierungen zu sehen.  Ist dies der Fall, ist der Untergrund mindestens 50cm um den Chromatographierand (Zone des sichtbaren Befalls) herum zu entfernen.

Das neue System sollte möglichst anorganisch aufgebaut sein um erneutem Befall keinen Nährboden zu bieten.

Es gibt immer noch uninformierte, die daran glauben, den Schimmel oberflächlich zu entfernen und anschließend mit einer beliebigen „Antischimmelfarbe“ zu überstreichen hilft. Allerdings kann so höchstens das optische Problem kurzfristig behoben werden. Die gefährlichen Mykotoxine und teilweise noch gefährlichere Zersetzungsprodukte gasen weiterhin aus. Vielfach schimmelt es im Untergrund fleißig weiter.

Die Gesundheitsbelastung wird im Endeffekt sogar noch erhöht, da die Fungizide in der Farbe ebenfalls gesundheitsgefährdend und oft flüchtig sind. Bald haben sich die Fungizide in der Farbe abgebaut und der Anstrich stellt nur noch ein Nährboden für weiteres Schimmelwachstum dar.

Weiterhin besteht häufig noch ein Feuchteproblem, was dazu führt, dass sich die Farbe binnen kurzer Zeit vom Untergrund ablösen kann. Wenn man sich für eine Schimmelsanierung entschieden hat, ist es wichtig, diese auch konsequent durchzuführen.

Schimmelsanierung auf Gipskartonplatten.

Gipskartonplatten verhalten sich durch den Papierträger wie Wandbekleidungen. Das bedeutet,im Regelfall müssen sie ausgebaut werden. Falls bei der Schimmelsanierung nicht auch die bauphysikalischen Ursachen der Feuchte beseitigt werden können, sind sie am Besten durch Leichtbauplatten auf reinmineralischer Basis auszutauschen.

Schimmelsanierung auf Putz.

Zunächst sollte zwischen Salzausblühungen und Schimmel unterschieden werden. Oft funktioniert es recht gut per Augenschein, und wenn nicht, hilft eine Analyse zuverlässig weiter. Sie muss dann allerdíngs vor der Schimmelsanierung durchgeführt werden.

Besteht ein Schimmelproblem ist auch hier der befallene Teil und zusätzlich mindestens 50cm um den Chromatographierand herum zu entfernen, fachgerecht zu entsorgen und durch ein möglichst reinmineralisches System zu ersetzen.

In einigen Fällen ist auch ein abbrennen, vorausgesetzt der Untergrund ist hitzebeständig, möglich. Danach muss die Oberfläche allerdings gründlich gereinigt werden.

Auch hier ist für die Herstellung der neuen Oberfläche ein anorganisches System mit möglichst hohem pH-Wert sinnvoll.

Alternativen, Schimmelsanierung und Prävention.

Im  Regelfall sind konstruktive Maßnahmen zur Bekämpfung der Feuchtigkeit vorzuziehen. Doch wie bereits angedeutet ist es in vielen Fällen technisch nicht möglich der Feuchtigkeit Einhalt zu gebieten. Oder es ist schlichtweg zu teuer für den Kunden.

Also  müssen bezahlbare Alternativen her, die dem Schimmel nachhaltig Einhalt gebieten.

Mit solchen Problemen haben wir besonders im Bereich der Kellersanierung zu kämpfen. Eine nachträgliche Abdichtung gegen Erdfeuchte beispielsweise, nach den Regeln der DIN ATV 18195 ausgeführt, liegt bei ca. 1.000 € pro laufenden Meter.

In solchen Fällen kann je nach Untergrund folgendes System sinnvoll sein:

Zunächst werden Altanstriche und Wandbekleidungen vollständig und befallene Putzteile bis 1m um die Feuchtigkeitbelasteten Stellen entfernt und fachgerecht entsorgt. Danach erfolgt die Abtötung der noch vorhandenen Geflechte mit hochprozentigen Alkoholen. Das ist in jedem Fall sinnvoll, da sie oft nicht sichtbar sind.

Die Ausbruchstellen werden mit einem WTA-zertifizierten Sanierputz aufgefüllt. WTA-zertifizierte Sanierputze, wurden eigentlich für Restaurationszwecke entwickelt. Sie sind hochwasserspeicherfähig und haben ein enormes Porenvolumen. Sie verteilen die Feuchtigkeit auf eine größere Fläche und können sie so bei sinkender rel. LF. besser an die Raumluft abgeben. Sie sind ebenfalls salzresistent, zumindest wenn man die erforderliche Mindeststärke von 2 cm beachtet.

Daraufhin wird die gesamte Fläche mit einem reinmineralischen Oberputz versehen und gegebenenfalls mit einem mineralischen Beschichtungsstoff gestrichen.

Für Wohnräume steht ein etwas anderes System zur Verfügung, da ein Sanierputz nach WTA den ästhetischen Ansprüchen der meisten Bewohner nicht genügt.

Statt mit Sanierputz werden die Ausbrüche ganz normal aufgeputzt und anschließend die Wand mit Kalziumsilikatplatten überbaut.

Nach der Verspachtelung der Stöße wird wieder ein reinmineralischer Oberputz aufgebracht und gegebenenfalls beschichtet.

Kalziumsilikatplatten haben eine hohe Wasseraufnahme- und Speicherfähigkeit und sorgen durch einen guten U-Wert bei fachgerechter Verarbeitung auch für eine zusätzliche Wärmedämmung.

Diese Systeme sind alle bei regelmäßiger Neubeschichtung (5-10 Jahre reichen) unverschimmelbar, da sie dem Schimmel keine Nahrungsgrundlage bieten und durch ihre hohen pH?Werte pilzhemmend wirken.

Allerdings sind sie nicht zur Schimmelsanierung bei Objekten mit Sicker- Schicht- oder Druckwasserproblemen geeignet.


Schimmelbekämpfungsmittel

Zur Schimmelbekämpfung  eignen sich eine Reihe verschiedener Konzepte. Herausgestellt hat sich allerdings, dass hochprozentige Alkohole, wie z.B. Isopropanol, die einzig wirklich sinnvollen Schimmelbekämpfungsmittel sind.

Weitere Möglichkeiten der Schimmelsanierung sind:
  • 5 - 15-prozentiges Wasserstoffperoxyd (nicht so wirksam)
  • Ammoniaklösungen (stark reizend)
  • hoch reaktive Isothiazolinderivate (gesundheitsgefährdend)
  • Essigsäure (will man seinen Schimmelbefall weiter züchten, sollte man ihm unbedingt diese Nahrungsquelle zukommen lassen, der Fruchtkörper wird lediglich gebleicht)
  • "Antischimmelfarbe“(siehe oben)
  • Fungizide (wasserlöslich, werden im Außenbereich ausgewaschen; bedenklich bis giftig für Mensch und Tier)
  • reinmineralische Untergründe (das baubiologisch gesündeste Konzept, besonders im Keller.


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